Spezielle Vitalstoffe – Rheumatische Erkrankungen

Unter diesen Begriff fallen verschiedene Krankheiten des Bewegungsapparats, die mit schmerzhaften Entzündungen, Bewegungseinschränkungen und krankhaften Veränderungen der Bewegungsorgane einhergehen. Beispiele sind die rheumatoide Arthritis, Arthrosen oder auch Morbus Bechterew. Die Versorgung mit Mikronährstoffen – umgangssprachlich auch Vitalstoffe genannt – kann vor allem die entzündlichen Reaktionen positiv beeinflussen. Sie eignen sich daher gut zur Ergänzung einer medikamentösen Basistherapie.

Wahllos sollten Sie Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht zu sich nehmen, denn hier lauern auch Gefahren – beispielsweise bei Überdosierung oder als Wechselwirkung mit den Rheumamitteln. Stellen Sie zunächst Ihre Ernährung auf eine ausgewogene und gesunde Kost um und lassen Sie sich dann beraten. Auch sollte erst ein Mangel nachgewiesen werden, bevor zusätzliche Vitalstoffe eingesetzt werden.

Folgende Vitalstoffe können sich bei rheumatischen Erkrankungen positiv auswirken:

Vitamin E:
Vitamin E reduziert die Menge an freien Radikalen, die in den entzündeten Gelenken von den Phagozyten (Fresszellen) produziert werden und Gewebe schädigen. Zudem verringert es die Produktion verschiedener Entzündungsbotenstoffe wie Leukotriene und Prostaglandine. Außerdem gibt es Hinweise, dass Vitamin E die Verträglichkeit von nichtsteroidalen Antirheumatika (zum Beispiel ASS) und deren Wirkung erhöht. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Schmerzsymptomatik bei Patienten mit Arthrose beziehungsweise rheumatoider Arthritis durch eine Vitamin-E-Behandlung deutlich reduziert werden kann.

Vitamin C:
Vitamin C wirkt ergänzend, indem es die Kollagenbildung des Bindegewebes und das Immunsystem reguliert. Es wird zur Regeneration von Vitamin E benötigt, wirkt aber selbst auch antioxidativ. Daneben kann es die Magenverträglichkeit von ASS verbessern.

Kalzium und Vitamin D:

Diese Wirkstoffe reduzieren vor allem das Risiko für Osteoporose, das bei rheumatischen Erkrankungen durch die Bewegungseinschränkung und die Medikation mit Kortikoiden erhöht ist. Möglicherweise kann Vitamin D außerdem das Fortschreiten einer Arthrose aufhalten.

Selen, Kupfer und Zink:
Sie tragen als Bestandteile antioxidativer Enzyme ebenfalls dazu bei, die Menge an schädlichen freien Radikalen zu reduzieren.

Omega-3-Fettsäuren:

Sie spielen eine besondere Rolle bei der Regulierung der Entzündungsprozesse. Während sich aus gesättigten Fettsäuren tierischer Lebensmittel entzündungsfördernde Stoffe (Prostaglandine) bilden, wird deren Bildung von Omega-3-Fettsäuren gehemmt.

Chondroitin und Glukosamin:
Sie ähneln den Knorpelbestandteilen und fördern die Reparaturvorgänge an geschädigtem Knorpel – zum Beispiel bei Arthrose. Eine Wirksamkeit konnte bisher jedoch nicht überzeugend festgestellt werden.

Bitte beachten Sie: Die Behandlung von rheumatischen Erkrankungen sollte grundsätzlich durch einen Arzt erfolgen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2016
  • Autor/in: Dr. med. Petra Kittner-Schäfer
  • Quellen: H.K. Biesalski, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Thieme Verlag 2002
  • K. Glagau, Mikronährstoffe und Ernährung, Forum Medizin 2001
  • W. Busse/H. Scholz, Das ABC der Vitalstoffe, Haug Verlag 2001
  • DGE, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr 2000
  • Deutsche Rheuma-Liga: Kleines Plus für die Gesundheit (https://www.rheuma-liga.de/hilfe-bei-rheuma/leben-und-arbeiten-mit-rheuma/ernaehrung/nahrungsergaenzungsmittel/)
  • Sawitzke, AD et al. (2010): Clinical efficacy and safety of glucosamine, chondroitin sulphate, their (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20525840)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Nahrungsergänzungsmittel – Vertrieb über Ärzte und Apotheker (http://www.bfr.bund.de/cm/343/nahrungsergaenzungsmittel_vertrieb_ueber_aerzte_und_apotheker.pdf)
  • Deutsches Krebsinformationszentrum: Nahrungsergänzungsmittel: Große Versprechen, k(l)eine Wirkung? (https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/nahrungsergaenzungsmittel.php)