Sekundäre Pflanzenstoffe

Eine Gruppe von pflanzlichen Inhaltsstoffen hat in den vergangenen Jahren von sich Reden gemacht: die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe (SPS). 

Da sie in Pflanzen nur in sehr geringen Mengen vorkommen und im Gegensatz zu Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten keinen eigenen Nährwert haben, schenkte man ihnen lange Zeit kaum Beachtung. Sie dienen Pflanzen als Farbstoff, zum Schutz vor Krankheiten und Schädlingen und regulieren ihr Wachstum.

Mittlerweile nimmt man jedoch an, dass sie nicht nur für Pflanzen, sondern auch für den Menschen wichtige Schutzfunktionen ausüben. Deshalb nennt man sie auch bioaktive Stoffe. Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen, die häufig Obst und Gemüse und damit auch sekundäre Pflanzenstoffe zu sich nehmen, wesentlich seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs betroffen sind.

Welchen genauen Stellenwert dabei die sekundären Pflanzenstoffe haben, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler sind sich aber einig, dass die sekundären Pflanzenstoffe nicht einzeln und in hohen Dosen im Sinne einer Nahrungsmittelergänzung zu sich genommen werden sollten. Im Gegenteil: Einige dieser Stoffe können sogar – überdosiert und unkontrolliert eingenommen – das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs erhöhen. Sie wirken am besten im Verbund mit anderen Substanzen – so wie sie in natürlichen Lebensmitteln vorkommen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung sorgt somit für die beste Versorgung mit diesen wichtigen Substanzen.

Die Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe beinhaltet chemisch sehr unterschiedliche Verbindungen, von denen nur ein kleiner Teil erforscht ist. Momentan geht man von einer Gesamtzahl von 50.000 bis 100.000 aus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2016
  • Autor/in: Dr. med. Petra Kittner-Schäfer
  • Quellen: H.K. Biesalski, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Thieme Verlag 2002
  • K. Glagau, Mikronährstoffe und Ernährung, Forum Medizin 2001
  • W. Busse/H. Scholz, Das ABC der Vitalstoffe, Haug Verlag 2001
  • DGE, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr 2000
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Nahrungsergänzungsmittel – Vertrieb über Ärzte und Apotheker (http://www.bfr.bund.de/cm/343/nahrungsergaenzungsmittel_vertrieb_ueber_aerzte_und_apotheker.pdf)
  • Deutsches Krebsinformationszentrum: Nahrungsergänzungsmittel: Große Versprechen, k(l)eine Wirkung? (https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/nahrungsergaenzungsmittel.php)
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