Die richtige Ernährung bei Infektanfälligkeit

Unser Immunsystem ist täglich neuen Belastungen ausgesetzt: Es ist verantwortlich für die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen, hält Umweltschadstoffe ab und reguliert die Wundheilung.

Heiße Zitrone mit Ingwer © Thinkstock
Wichtige Bestandteile des Immunsystems sind die Fress- und Killerzellen sowie die B- und T-Lymphozyten. Bei vielen der Abwehrvorgänge sind freie Radikale beteiligt, die durch antioxidativ wirkende Substanzen kontrolliert werden.

In bestimmten Situationen – zum Beispiel bei akuten oder chronischen Erkrankungen, Stress, Fehl- oder Mangelernährung, unter schädlichen Umwelt- oder Medikamenteneinflüssen oder auch im Alter– ist das Immunsystem zusätzlich gefordert. In diesen Situationen ist es besonders wichtig, dass der Immunabwehr die benötigten Mikronährstoffe – umgangssprachlich oft Vitalstoffe genannt – in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Nur dann kann sie optimal funktionieren. Dies lässt sich durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung erreichen.

Folgende Vitamine und Spurenelemente sind für das Immunsystem besonders wichtig:

Vitamin C wird von den Fresszellen benötigt, unterstützt die Vermehrung von Killerzellen und wirkt antioxidativ. Eine vermehrte Vitamin-C-Zufuhr kann eine Erkältung jedoch nicht verhindern.

Zink reguliert die Aktivität der Fresszellen und der Lymphozyten und unterstützt die Abwehr von Viren. Normalerweise sollen Erwachsene täglich sieben bis zehn Milligramm Zink aufnehmen. Bei Kindern liegt der Wert altersabhängig bei einem bis 9,5 Milligramm. Eine zusätzliche Zinkgabe – beispielsweise über Nahrungsergänzungsmittel – sollte bei gesunden Kindern bis zum 17. Lebensjahr jedoch nicht erfolgen, da die notwendige Dosis bereits mit der Nahrung aufgenommen wird. Eine Überdosierung von Zink kann sich negativ auf den Kupferstoffwechsel auswirken. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt eine Obergrenze für Erwachsene von 25 Milligramm täglich, bei Kindern altersabhängig zwischen sieben und 22 Milligramm pro Tag. Studien weisen auf eine günstige Wirkung von Zink auf Erkältungskrankheiten hin. So soll sich die Dauer einer Erkältung verkürzen, wenn Zink innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn der Erkrankung eingenommen wird.

Bitte beachten Sie: Die Behandlung chronischer Infekte sollte grundsätzlich durch einen Arzt erfolgen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2016
  • Autor/in: Dr. med. Petra Kittner-Schäfer
  • Quellen: H.K. Biesalski, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Thieme Verlag 2002
  • K. Glagau, Mikronährstoffe und Ernährung, Forum Medizin 2001
  • W. Busse/H. Scholz, Das ABC der Vitalstoffe, Haug Verlag 2001
  • DGE, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr 2000
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Zinksalze in Mundwasser und Zahnpasta (http://www.bfr.bund.de/cm/343/zinksalze-in-mundwasser-und-zahnpasta.pdf)
  • Singh, M.: Zinc for the common cold (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21328251)
  • Cochrane: Vitamin C for preventing and treating the common cold (http://www.cochrane.org/CD000980/ARI_vitamin-c-for-preventing-and-treating-the-common-cold)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Nahrungsergänzungsmittel – Vertrieb über Ärzte und Apotheker (http://www.bfr.bund.de/cm/343/nahrungsergaenzungsmittel_vertrieb_ueber_aerzte_und_apotheker.pdf)
  • Deutsches Krebsinformationszentrum: Nahrungsergänzungsmittel: Große Versprechen, k(l)eine Wirkung? (https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/nahrungsergaenzungsmittel.php)
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