Gute Kohlenhydrate und Ballaststoffe: So bleibt der Blutzucker stabil

In der Regel essen wir zu wenig Kohlenhydrate, dafür aber zu viel Eiweiß und Fett. Gerade für Menschen mit Diabetes mellitus sollten Kohlenhydrate mit 45 bis 60 Prozent der Tagesenergie die wichtigste Energiequelle sein. Lebensmittel liefern gute Kohlenhydrate, wenn sie reichlich komplexe Kohlenhydrate, also langkettige Zuckermoleküle wie Stärke enthalten.

Auch Ballaststoffe sind Kohlenhydrate. Sie bestehen entweder aus wasserlöslichen (Pektine, Dextrine) oder wasserunlöslichen (Cellulose) Polysacchariden, also Vielfachzuckern. Da im Körper entweder aufgrund fehlender Enzyme oder mangelnder Transportproteine keine Verwertung dieser Stoffe stattfindet, werden sie nicht aufgenommen. Idealerweise sollten über 40 Gramm Ballaststoffe pro Tag aufgenommen werden.

Stärke, Zucker, Ballaststoffe

Kohlenhydrate sind die einzigen Nährstoffe, die den Blutzucker direkt beeinflussen. Dazu zählen Stärke, Zucker und Ballaststoffe. Im Verdauungstrakt werden die Kohlenhydrate zu Traubenzucker (Glukose) umgewandelt, der dann direkt ins Blut geht. Freier Zucker kann moderat aufgenommen werden, also etwa 50 Gramm pro Tag. Allerdings sollte Zucker nicht mehr als zehn Prozent der Gesamtenergiemenge ausmachen.

Ballaststoffe: günstig für den Blutzucker

Gute Kohlenhydrate halten den Blutzucker stabil: also Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, die reichlich Ballaststoffe enthalten. Weil sie nicht verwertet werden können, wirken Ballaststoffe günstig auf den Blutzucker. Der Grund: Sie verlangsamen die Aufspaltung der Kohlenhydrate in Glukose im Dünndarm.

Niedriger glykämischer Index

Der glykämische Index (GI) ist ein Maß für die blutzuckersteigernde Wirkung von Lebensmitteln im Vergleich zu der Wirkung von Glukose. Dabei wird die Wirkung von 50 Gramm Kohlenhydraten aus einem Lebensmittel mit der Wirkung von 50 Gramm Glukose verglichen. Bei der Bewertung des GI besteht allerdings die Schwierigkeit, dass man den Kohlenhydratgehalt eines Lebensmittels kennen und die Portionsgröße bedenken muss.

Je niedriger der GI, desto günstiger für die Ernährung. Beispiele für Lebensmittel mit niedrigem GI: Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Gemüse und einige Obstsorten.

Maßeinheiten für Kohlenhydrate: KE und BE

Eine Kohlenhydrateinheit (KE) entspricht zehn Gramm, eine Broteinheit (BE) zwölf Gramm verwertbarer Kohlenhydrate ohne Ballaststoffanteil. Bei einer Kost mit 1.800 Kilokalorien (kcal) täglich wären das 18 bis 25 Kohlenhydrat-Portionen.
Info
Trinken Sie genug? Bei ballaststoffreicher Mischkost brauchen Sie täglich etwa 1,5 Liter freie Flüssigkeit. Die richtige Ernährung ist bei Diabetes Dreh- und Angelpunkt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.10.2013
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Stand 2004
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Leitlinien Diabetes und Ernährung: Evidenz-basierte Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Prävention des Diabetes mellitus, Stand November 2006
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): Compass Ernährung, Ausgabe 1/2006