Weichmacher im Essen

Manche in Kunststoff verpackte Lebensmittel können giftige Weichmacher enthalten. Sechs praktische Tipps, wie Sie sich schützen.

Abgepacktes Steak © Thinkstock
Plastikverpackungen sollen Lebensmittel vor äußeren Einflüssen schützen und sie frisch halten. In vielen Verpackungen selbst lauert jedoch eine unsichtbare Gefahr: Giftige Weichmacher, die auf die Nahrung übergehen. Sie sollen krebserregend sein, das Erbgut schädigen und die Fruchtbarkeit beeinflussen. Außerdem können sie negative Auswirkungen auf den Blutzuckerhaushalt haben.

Fast 40 Prozent mit Weichmacher belastet

In der NDR-Verbrauchersendung „Der große Küchen-Check“ wurden 19 gängige abgepackte Lebensmittel untersucht, in sieben wurde Diethylhexylphtalat (DEHP) nachgewiesen, unter anderem in Käse und Wurst sowie Butter. DEHP wird in der Kunststoffherstellung als Weichmacher verwendet. Seit 2006 ist die Substanz als Zusatz in Lebensmittelverpackungen verboten, weil sie besonders aggressiv ist. Und trotzdem ließ sie sich nun in einigen Stichproben nachweisen. Verbraucher sind verunsichert. Wie können sie sich vor dem giftigen Weichmacher schützen? Ernährungsexperte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg gibt auf vitanet.de sechs Tipps, wie Sie Weichmacher in der Nahrung vermeiden können:
Tipp 1: Achten Sie vor allem bei fettreichen Lebensmitteln auf die Verpackung
Weichmacher aus der Verpackung werden vor allem auf fettreiche Lebensmittel übertragen. Achten Sie deshalb vorwiegend beim Kauf von Weichkäse, Wurst oder Butter auf die Verpackung.

Tipp 2: Kaufen Sie möglichst an der offenen Theke
Es gibt keine Kennzeichnungspflicht für Weichmacher in der Verpackung. Kaufen Sie am besten fettreiche Lebensmittel an der offenen Theke. Sie können die Lebensmittel in Plastikbehältern aus Polyethylen (PE) transportieren. Sind die an der offenen Theke angebotenen Produkte eingeschweißt, enthalten diese Verpackungsmaterialien in der Regel weniger Weichmacher als die im Kühlregal angebotenen.

Tipp 3: Eingeschweißte Lebensmittel zuhause in Frischhaltefolie umpacken
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das in Folie verpackte Lebensmittel Weichmacher enthält, verpacken Sie es zu Hause in Frischhaltefolien aus PE (zum Beispiel aus Drogeriemärkten oder dem Supermarkt). Sie sind nicht oder nur gering mit den gefährlichen Weichmachern belastet.

Tipp 4: Käse besser am Stück als in Scheiben kaufen
Je größer das bereits verpackte Käsestück, desto geringer die Schadstoffbelastung. Achten Sie darauf, dass sich keine Trennscheiben aus Plastik zwischen den Käsescheiben befinden, damit die Nahrung mit möglichst wenig Schadstoffen in Berührung kommen kann.

Tipp 5: Plastiktüten zum Selbstabwiegen von Obst und Gemüse sind unbedenklich
Plastiktüten für Obst und Gemüse enthalten in der Regel keine Weichmacher, da sie aus PE oder Polypropylen bestehen. Außerdem: Auf der sichersten Seite stehen Sie, wenn Sie zum Einkaufen einen Korb oder eine Jutetasche von zu Hause mitnehmen.

Tipp 6: Vorsicht bei Alufolie
Alufolie stellt übrigens keine optimale Alternative zu Plastikverpackungen dar. Enthalten die Lebensmittel Säure, können sie das Aluminium aus der Verpackung lösen, welches wiederum die Lebensmittel angreift.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3540.pdf
  • https://idw-online.de/de/news479930