Irrtum Nr. 4: Salz erhöht den Blutdruck

Ob Salz den Blutdruck erhöht, war über viele Jahre ein Streitthema. Lange Zeit hat die Wissenschaft dafür keinen Nachweis liefern können. Neuere Studien weisen allerdings daraufhin, dass regelmäßiger Salzkonsum den Blutdruck doch erhöhen kann.

Salz © Thinkstock
Die Annahme, dass Salz den Blutdruck in die Höhe schnellen lässt, beruht auf der Tatsache, dass Salz Wasser anzieht. Befindet sich viel Salz in der Blutbahn, folgt dementsprechend viel Wasser nach. Das Blutvolumen und der Blutdruck würden demnach steigen.

Lediglich bei 15 Prozent der Bluthochdruckpatienten sinkt der Druck in den Adern leicht, wenn sie ihren Salzkonsum einschränken. Solche Patienten werden als „salzsensitiv“ bezeichnet. Aber auch in diesen Fällen kann durch eine salzarme Kost der Bluthochdruck nur um zirka fünf mmHg gesenkt werden. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. warnt sogar davor, dass besonders bei älteren Menschen ein verringerter Salzkonsum zu Kreislaufbeschwerden führen kann. Patienten mit erhöhtem Blutdruck sollten zusammen mit ihrem behandelnden Arzt herausfinden, ob sie zu den „salzsensitiven“ Menschen gehören und die Behandlung entsprechend anpassen.

Neuere Forschung kommt mittlerweile allerdings zu einem etwas anderen Ergebnis: Demnach führt regelmäßig hoher Salzkonsum durchaus zu einem erhöhten Blutdruck. Eine Übersicht der Ergebnisse wurde im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht.
In den letzten Jahren haben Forscher auch einen Einfluss von Salz auf unser Immunsystem genauer untersucht. So kann Salz die Fresszellen des Immunsystems in ihrer Funktion beeinträchtigen, was die entzündungshemmenden Eigenschaften negativ beeinflussen kann. Die Wissenschaftler nehmen an, dass sich damit eine Mitverantwortung von zu viel Salz auf die Ausbildung von Autoimmunerkrankungen erklären lässt.

Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: https://www.mdc-berlin.de/45158065/de/highlights/archive/2015/mueller