Irrtum Nr. 2: Margarine ist gesünder als Butter

Viele Menschen, die sich gesünder ernähren wollen oder eine Diät machen, streichen sich Margarine statt Butter auf ihr Brot. Doch der gesundheitliche Nutzen von Margarine ist nach wie vor umstritten.

Margarine © Thinkstock
Bei der Herstellung von Margarine werden Pflanzenöle mit speziellen Verfahren gehärtet. Dabei entstehen sogenannte trans-Fettsäuren. Der Verzehr von trans-Fettsäuren kann die Konzentration des „schlechten“ LDL-Cholesterins im Blut erhöhen. LDL-Cholesterin steht wiederum im Verdacht, zur Arteriosklerose beizutragen, die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Allerdings enthalten auch Milchprodukte trans-Fettsäuren. Nur pflanzliche, nicht industriell verarbeitete Fette sind frei von trans-Fettsäuren.

Bei den heutigen Herstellungsverfahren entstehen jedoch deutlich weniger trans-Fettsäuren als noch in den 1990er Jahren. Der Vermerk „enthält teilweise gehärtete Fette“ in den Zutatenangaben ist ein Hinweis, ob die jeweilige Margarine trans-Fettsäuren enthält.

Wesentlich problematischer ist der Gehalt der trans-Fettsäuren in Siede- und Bratfetten, wie sie beispielsweise verwendet werden, um Pommes Frites zu frittieren.

Werden die Pflanzenöle nicht gehärtet, lässt sich die Margarine schlechter streichen. Um das zu vermeiden, werden unter anderem Kokos- oder Palmfette beigemischt. Diese sind allerdings reich an gesättigten Fettsäuren, die als ungesund gelten. Gesättigte Fettsäuren sind jedoch auch in Butter enthalten.

Margarine und Butter enthalten etwa gleich viel Fett

Spielen Gedanken um die schlanke Linie eine Rolle, macht es kaum einen Unterschied, ob man sich für Margarine oder Butter entscheidet: Sowohl Butter als auch Margarine bestehen zu zirka 80 Prozent aus Fett. Das schlägt bei beiden Produkten mit über 700 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche. Sowohl Butter als auch Margarine sind also vor allem dann gesundheitsschädlich, wenn sie im Übermaß konsumiert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus Fetten stammen sollte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: 2 http://www.test.de/filestore/t200205018.pdf?path=/protected/17/a2/1015dac1-ed52-41f5-8c44-2cec2f426247-protectedfile.pdf&key=CC9EB52246048CDF931BB3AE694A084AFA26B364