Irrtum Nr. 1: Kaffee wirkt entwässernd

Als gesundes Getränk gilt der allseits beliebte Muntermacher nicht gerade. Allerdings stimmt die verbreitete Meinung, Kaffee entziehe dem Körper Wasser nicht.

Kaffee © Thinkstock
Es ist zwar richtig, dass das Koffein im Kaffee harntreibend wirkt. Der Kaffee erhöht die Urinausscheidung aber nur sehr kurzfristig. Langfristig wirkt sich dieser erhöhte Harndrang kaum auf den Wasserhaushalt des Körpers aus. Wissenschaftler des Bundes Deutscher Internisten (BDI) konnten in Studien zeigen, dass Kaffeetrinker insgesamt nur unwesentlich mehr Flüssigkeit ausscheiden als Wassertrinker. Die Tasse Kaffee kann sogar zur täglich aufgenommenen Flüssigkeitsmenge hinzugerechnet werden.

Je öfter man Kaffee trinkt, desto weniger harntreibend ist er

Je häufiger und regelmäßiger man Kaffee trinkt, desto weniger harntreibend wirkt das Koffein. Der Körper entwickelt – auch gegen die kurzfristig ansteigende Urinausscheidung – Kompensationsmechanismen, um der vermehrten Urinausscheidung entgegenzuwirken. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist gegen „den täglichen moderaten Genuss von bis zu vier Tassen Kaffee mit insgesamt 350 Milligramm Koffein“ nichts einzuwenden.

Ein Durstlöscher sollte Kaffee trotzdem nicht sein. In hohen Mengen wirkt Koffein nämlich stark kreislaufanregend und der Blutdruck kann steigen. Um den Durst zu stillen, eignen sich Mineralwasser oder Saftschorlen wesentlich besser.

Kaffee erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall nicht – und wirkt positiv bei Erkrankungen

Auch die Meinung, dass Kaffe das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht, stimmt nicht. Neue Untersuchungen zeigen, dass bis zu sieben Tassen Kaffee am Tag das Risiko in den meisten Fällen nicht erhöhen.

Auf die Leber scheint Kaffee sogar einen positiven Effekt zu haben. Wissenschaftler konnten zeigen: Drei und mehr Tassen Kaffee verringern das Risiko für eine Leberzirrhose für Patienten mit Hepatitis C.

Andere Untersuchungen zeigen weitere positive Einflüsse durch Kaffee auf bereits bestehende Erkrankungen: beispielsweise auf Darmkrebs, Tinnitus, Melanome und die Alzheimer-Erkrankung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: 1 Wisborg K et al. British Medical Journal. Vol. 326 (7386); 420
  • http://www.deutsche-leberstiftung.de/hilfe/haeufige-fragen-1/ist-kaffee-schaedlich-fuer-die-leber
  • http://circ.ahajournals.org/content/129/6/643