Irrtum Nr. 7: Fleisch braucht der Mensch

Die Diskussion um die Vor- oder Nachteile einer fleischlosen Ernährung reißt nicht ab. Aus wissenschaftlicher Sicht kann man derzeit nur sagen: Der menschliche Körper verträgt einen rein vegetarischen Speiseplan gut. Allerdings müssen bei fleischloser Ernährung einige Dinge beachtet werden.

Salat © Thinkstock
So ist es vor allem wichtig, dass genügend Proteine (Eiweiße), Kalzium, Vitamin B12 und Eisen aufgenommen werden.

Der Bedarf an Proteinen kann über Milch und Eier gedeckt werden. Lebenswichtige Eiweißbausteine sind auch in Hülsenfrüchten, Soja, Nüssen, Getreide und Blattgemüse enthalten – jedoch in geringeren Mengen als in Fleisch und Fleischwaren. In der Regel kann aber der Bedarf – mit etwas Geschick – auch über pflanzliche Kost gedeckt werden.

Um genug Kalzium aufzunehmen, sollten Menschen, die kein Fleisch essen, ausreichend Milchprodukte zu sich nehmen, vor allem Hartkäse.

Das Vitamin B12 spielt beispielsweise bei der Blutbildung eine wichtige Rolle und ist unter anderem in Milchprodukten oder Sauerkraut enthalten. Sollte es trotzdem zu einem Mangel kommen, kann notfalls mit entsprechenden Vitaminpräparaten nachgeholfen werden.

Vegetarier nehmen Eisen etwa mit Erbsen, Karotten und Hirse zu sich

Ihren Bedarf an Eisen decken Nicht-Vegetarier bereits mit einer Portion Fleisch pro Woche. Bei fleischloser Ernährung können die Eisenspeicher durch den Verzehr von bestimmten Gemüsesorten wie Erbsen oder Karotten aufgefüllt werden. Auch Hafer und Hirse sind reich an Eisen. Allerdings kann dieses „pflanzliche Eisen“ schlechter vom Körper aufgenommen und verwertet werden, als „fleischliches Eisen“. Viele der eisenreichen pflanzlichen Nahrungsmittel enthalten Oxalsäure, die die Aufnahme (Bioverfügbarkeit) von Mineralien verschlechtert. Vitamin C kann die Bioverfügbarkeit von Eisen verbessern.
Tipp
Ein Schuss Zitronensaft ins Salatdressing hilft dabei, das Eisen aus den Salatblättern besser zu verwerten. Allerdings sollte dann auch auf die Salatsorte geachtet werden. Eisenreich ist beispielsweise Feldsalat.
Berücksichtigt man also einige Regeln, kann der Mensch fleischlos leben, ohne Mangelerscheinungen zu entwickeln.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christian Grundmann, Dipl.-Biol., Medizinredakteur; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin