Essstörungen: Wenn die Seele hungert
Das Körpergewicht von Menschen mit Essstörungen kann ganz unterschiedlich sein. Aber eines haben sie gemeinsam: Ein krankhaftes Verhältnis zum Essen, das vom wahllosem In-sich-hinein-stopfen großer Nahrungsmengen bis hin zur Verweigerung jeglicher Nahrungsaufnahme reicht.
Dahinter versteckt sich der hilflose Versuch, mit emotionalen Problemen fertig zu werden: Innere Konflikte werden über Essen ausgelebt und das Gefühl der inneren Leere mit Essen gefüllt. Ein geringes Selbstwertgefühl, Kontrollzwang aber auch Kontrollverlust, der Zwang zur Wiederholung und die zunehmende soziale Isolation sind die ständigen Wegbegleiter von Menschen mit Essstörungen.
Begleitende Krankheiten
Erschwerend kommt hinzu, dass Essstörungen oft gleichzeitig mit anderen körperlichen oder psychischen Krankheiten und Abhängigkeiten auftreten, wie z. B. Bluthockdruck, Diabetes mellitus, Depressionen, Angststörungen, Medikamentenmissbrauch und Alkoholabhängigkeit.
Welche Essstörungen gibt es?
Als Essstörungen im engeren Sinne werden nur die Essgewohnheiten bezeichnet, die gesundheits- bzw. lebensgefährdend sind. Die häufigsten Formen sind: Magersucht (Anorexia nervosa), Bulimie (Bulimia nervosa) und Binge Eating Disorder (BED, regelmäßige Essanfälle ohne Erbrechen). Es gibt jedoch Mischformen und die Übergänge sind fließend. In den letzten Jahren wird auch über das Krankheitsbild der Orthorexie berichtet, bei der sich die Betroffenen zwanghaft gesund ernähren. Inwieweit es sich dabei um eine echte Essstörung handelt, ist in Fachkreisen noch umstritten.
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