Nach einer Knochenmarktransplantation ist eine keimarme Ernährung nötig

Krebspatienten, die eine Knochenmarkstransplantation hinter sich haben, sind besonders anfällig für Infektionen. Damit die fremden Zellen nach der Transplantation vom körpereigenen Immunsystem nicht als „fremd“ angesehen und gleich wieder abgetötet werden, wird das Immunsystem mithilfe von Medikamenten so gut wie ganz ausgeschaltet.

Dadurch überleben zwar die gesund machenden Spenderzellen, aber auch krankmachende Erreger. Deshalb müssen sich diese Patienten ganz extrem vor allen Krankheitserregern wie Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilzen in Acht nehmen.

Das gilt auch beim Essen. Das Immunsystem eines Gesunden wird mit Erregern, die mit vielleicht nicht mehr ganz frischer Nahrung in den Körper gelangen, mühelos fertig. Doch ist die Abwehr ausgeschaltet, reichen schon kleine Verunreinigungen aus, um eine lebensbedrohliche Infektion auszulösen.

Deshalb sollten Patienten nach einer Knochenmarktransplantation einige Regeln beachten:

  • Sie sollten nur frisch angebrochene Speisen und Lebensmittel essen und geöffnete Tüten, Flaschen oder Packungen so schnell wie möglich aufbrauchen. Deshalb ist es ratsam, soweit es geht, Lebensmittel in einzelverpackten Portionen einzukaufen oder frisch zubereiten zu lassen.
  • Alles was Sie essen, sollte unversehrt und einwandfrei sein, also keine Druckstellen, keine defekten Packungen oder sonstige Beschädigungen aufweisen.
  • Alles was Sie essen, sollte zudem immer frisch zubereitet oder Tiefkühlkost sein. Meiden Sie warmgehaltene oder wieder erwärmte Speisen.
  • Von Schimmelkäse wie Camembert oder Roquefort sollten Sie lieber die Finger lassen.
  • Milch darf nur aufgekocht verwendet werden. Kaufen Sie keine Rohmilchprodukte. Milchprodukte sollten nur verzehrt werden, wenn sie nach der Herstellung so behandelt worden sind, dass sie auch außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden können.
  • Rohkost ist tabu! Obst und Gemüse darf nur gekocht verzehrt werden. Ob schälbares Obst oder Gemüse wie Kohlrabi oder Apfel auf den Speiseplan darf, sollte der Arzt entscheiden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Christine Kretschmer, Dr. med. Alexander Herzog: Gesunde Ernährung bei Krebs, Haug Verlag 2002
  • Peter Konopka: Krebs, Immunsystem und Ernährung, Hirzel Verlag 2004
  • Rudolf Kunze, Susanne Krämer: Vitalstoffe gegen Krebs, Ralf Reglin Verlag 1998
  • Deutsche Krebshilfe
  • Deutsche Krebsgesellschaft