Ernährung im Alter: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate – das Verhältnis muss stimmen

Grundsätzlich ist eine spezielle Ernährung im Alter nicht notwendig. Genauso wie junge Menschen sollten sich Senioren ausgewogenen und regelmäßig ernähren. Das bedeutet: eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen. Darüber hinaus sollten individuelle Aspekte – zum Beispiel bestimmte Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Schluckstörungen nach Schlaganfall – beachtet werden.

Eine ausgewogene Ernährung im Alter enthält:
  • 45 bis 60 Prozent Kohlenhydrate (Einfach-, Zweifach-, Mehrfachzucker und Polysaccharide, zum Beispiel Stärke)
  • 10 bis 20 Prozent Eiweiß (Proteine)
  • 25 bis 35 Prozent Fett
Diese ausgewogene Ernährung verhindert – bei einer Kalorienmenge von 1.700 bis 2.000 Kilokalorien – Über- und Untergewicht und Mangelernährung. Nicht zu vergessen: Die Kost muss vitaminreich sein, viele komplexe Kohlenhydrate und die richtigen Fette enthalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht ab 64 Jahren einen Body-Mass-Index (BMI) von 24 bis 29 als normal an, was bei Jüngeren als Übergewicht gilt. 

Bei körperlichen oder geistigen Einschränkungen sollten die Angehörigen oder andere Betreuer dafür sorgen, dass diese Ernährungsempfehlungen eingehalten werden. 

Beachten Sie auch:
  • Das Essen muss schmecken: Welche Vorlieben gibt es? Gibt es Lieblingsgerichte?
  • Essen sollte Freude bereiten: Dazu beitragen können Essen in Gesellschaft und ein abwechslungsreicher Speiseplan.
  • Das Essen planen: Einkaufen und Kochen machen gemeinsam mehr Spaß.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Dr. med. Kathrin Fahl, Dr. med. Karen Strehlow, Ärztinnen Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient - Problemorientierte Diagnostik und Therapie, Urban
  • J. Stein, K.-W. Jauch: Praxishandbuch klinische Ernährung und Infusionstherapie, Springer 2003