Sondennahrung sichert Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen

Patienten mit einer Magensonde oder einer PEG-Sonde erhalten eine bilanzierte Diät. Das bedeutet: Die Sondennahrung enthält genau so viele Nährstoffe und Kalorien wie sie benötigen.

Die Kalorienmenge dieser bilanzierten Diät liegt normalerweise zwischen 1.500 und 2.000 Kalorien. Die Menge und das Verhältnis der Nährstoffe in der Nahrung sind dem individuellen Bedarf des Betroffenen angepasst. Auch Spezialdiäten für Betroffene mit eingeschränkter Leistung der Verdauung und Nahrungsaufnahme stehen zur Verfügung. Die Nährlösungen lassen sich gut lagern – sie haben eine lange Haltbarkeit.

Inhaltsstoffe ausgewogen zusammengesetzt

Die Nährlösungen für die künstliche Ernährung enthalten verschiedene Inhaltsstoffe.
Dazu gehören: Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Wasser. Die wichtigsten Proteinquellen sind dabei Milch- und Sojaeiweiß. Aufgrund möglicher Unverträglichkeiten enthalten die meisten Lösungen kein Gluten. Der Anteil an Fett kann zwischen 10 und 35 Prozent liegen. Als Grundlage für die enthaltenen Fette verwenden die Hersteller für die langkettigen Triglyceride Maiskeim- oder Sojaöl und für die mittelkettigen Triglyceride Kokosöl. So bieten die Sondennahrungen eine effiziente Energiequelle mit essenziellen Fettsäuren. 

Meistens sind in Nährlösungen 40 bis 75 Prozent Kohlenhydrate enthalten. Sie werden hauptsächlich aus Maisstärke gewonnen. Die industriell gefertigten Nährlösungen sind normalerweise arm an Laktose oder laktosefrei.

Sondennahrung enthält Ballaststoffe zur Stuhlgangregulierung

Ballaststoffe sind auch in Nährlösungen ausgesprochen wichtig, denn sie binden viel Wasser im Darm und erhöhen das Stuhlvolumen. Die unlöslichen Ballaststoffe, die aus Sojabohnen gewonnen werden, dienen vor allem der Stuhlgangregulierung.

Zu viele Ballaststoffe dürfen der Sondenkost allerdings nicht zugesetzt werden, da sie durch Aufquellen die Fließeigenschaften der Sondennahrung verändern und die Sonden dadurch verstopfen können. Verhindert werden kann dies durch einen höheren Anteil an wasserlöslichen Ballaststoffen wie zum Beispiel Pektin. Nicht gegeben werden dürfen Ballaststoffe bei Darmverengungen (Stenosen), bei Morbus Crohn im akuten Schub oder nach großen Bauchoperationen.

Zusätzlich enthält die Sondennahrung zur künstlichen Ernährung noch Wasser (70 bis 85 Prozent). Je höher der Wasseranteil ist, desto geringer ist die Energiedichte. Den niedrigeren oder höheren Wassergehalt muss man auch bei der Flüssigkeitsbilanz berücksichtigen. Das ist zum Beispiel gerade bei Patienten mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) wichtig: Bei ihnen kann eine zu große Flüssigkeitszufuhr zu Ödemen (Wassereinlagerungen) – etwa in den Beinen oder gar in der Lunge – führen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Dr. med. Kathrin Fahl, Dr. med. Karen Strehlow, Ärztinnen Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient - Problemorientierte Diagnostik und Therapie, Urban
  • J. Stein, K.-W. Jauch: Praxishandbuch klinische Ernährung und Infusionstherapie, Springer 2003