Tipps für pürierte Kost

Einige Senioren können so schlecht kauen und schlucken, dass fast alle Lebensmittel zu hart für sie sind. In diesem Fall ist es hilfreich, die Kost zu pürieren. Allerdings sollten pürierte Speisen der letzte Ausweg sein, denn ältere Menschen finden – ebenso wie junge – breiige Lebensmittel wenig ansprechend. Hier finden Sie Tipps, wie Sie schmackhafte, ansprechende und gesunde pürierte Kost zubereiten können.

Kuerbissuppe © Thinkstock
Es gibt einige Tricks, mit denen sich auch pürierte Kost ansprechend gestalten lässt. Empfehlenswert ist:
  • Lebensmittel einzeln zu pürieren,
  • Lebensmittel mit kontrastierenden Farben zu wählen – zum Beispiel Möhren, Kartoffeln und Schnitzel,
  • mit Spezialprodukten – etwa Geliermittel oder Produkten auf Ei-Basis – den Lebensmitteln nach dem Pürieren zu einer fest umrissenen und damit ansprechenderen Form zu verhelfen oder
  • wenn möglich, weiche Bestandteile wie Gemüse und Kartoffeln vor den Augen des Betroffenen mit der Gabel zu zerdrücken und nur das Fleisch zu pürieren.
  • für Senioren, die sich beim Trinken häufig verschlucken, können andickende Pulver hilfreich sein. Diese sind in der Apotheke erhältlich.

Unterstützung beim Essen: nur so viel Hilfe wie nötig

Wenn ein Pflegebedürftiger – etwa aufgrund von Bettlägerigkeit – nicht mehr selbstständig essen kann, sollte der Pflegende ihm dabei helfen. Jedoch sollte der Betroffene nach den Grundsätzen der aktivierenden Pflege versuchen, so viel wie möglich selbst zu machen. Nach Möglichkeit sollte er das Besteck selbst halten und der Pflegende seine Bewegungen unterstützen. Wichtig: Sprechen Sie in Anwesenheit des Pflegebedürftigen nie von „füttern“. Besser ist die Formulierung „das Essen anreichen“.

Leidet er an Appetitlosigkeit oder ist er sehr geschwächt, kann der Pflegende mit dem Löffel leicht über seine Unterlippe streichen und so den Appetit anregen. Erst wenn die Nahrungsaufnahme auch auf diese Weise nicht mehr funktioniert, sollte mit einem Arzt abgeklärt werden, ob eine künstliche Ernährung erforderlich ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.02.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Interview mit Maja Döring, leitende Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin
  • Broschüre des aid Infodienstes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) "Ernährung im hohen Alter: Ratgeber für Angehörige und Pflegende" (2004)
  • Bundesministerium für Gesundheit (2012): Pflegen zu Hause – Ratgeber für die häusliche Pflege (http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Pflege/Broschueren/Broschuere__Pflegen_zu_Hause_Ratgeber_fuer_die_haeusliche_Pflege.pdf)
  • Köther, Ilka (2011): Altenpflege