Senioren mögen herzhaftes Essen

Völlig generalisieren lassen sich die kulinarischen Vorlieben von Senioren natürlich nicht. Inzwischen gibt es sicherlich viele über 70-Jährige, die auch gern Pastagerichte oder Quiche essen. Doch Eines ist fast allen Senioren wichtig: Das Essen soll die Sinne stimulieren. Die Speisen sollten aus farblich eindeutigen und miteinander kontrastieren Farben bestehen. Eine Speise, die sich nur aus erdfarbenen Bestandteilen zusammensetzt – etwa Hacksteak, gebratene Champignons und Kartoffeln – regt das Auge nicht an. Ratsam wäre es in diesem Fall, gedünstete rote Paprikaschote hinzuzufügen oder die Champignons mit frisch gehackter Petersilie zu bestreuen.

Sehr beliebt: Eintopf, Kohlroulade, Gulasch, gebratenes Fischfilet

Allerdings sollte die Speise auch im Geschmack ausdrucksstark sein. Meist werden herzhafte, traditionelle Speisen bevorzugt. Dazu zählen Eintöpfe, die nicht zu wässrig sein und aus bunten erkennbaren Zutaten – Möhren, Lauch, Petersilie, oder auch Brokkoli – bestehen sollten. Außerdem sind empfehlenswert:
  • gedünstetes Gemüse
  • gefülltes Gemüse wie Kohlrouladen
  • Gulasch
  • Knödel
  • Frikadellen (Hackbällchen, Hacksteak)
  • Geflügel
  • gebratenes Fischfilet
  • Heringe
  • Hühnerfrikassee

Bei Süßspeisen auf Nährstoffe achten

Auch für Süßspeisen haben viele Senioren einen Faible. Gegen kleine Schlemmereien ist grundsätzlich nichts einzuwenden, solange sie nicht den gesamten Speiseplan dominieren. Außerdem empfiehlt es sich, süße Speisen mit relativ vielen Nährstoffen auszuwählen. Das bedeutet: Hände weg von Fettgebackenem, Weißbrot mit Butter und Marmelade, Schokoladenkuchen oder Götterspeise mit Vanillesoße. Vorzuziehen sind:
  • Früchtejoghurt
  • Milchmixgetränke mit Früchten
  • Milchreis mit Apfelmus, Milchreis mit Mango
  • Apfelkuchen mit Vanillejoghurt
  • Pflaumenkuchen
  • Käsekirschkuchen
  • Quark mit aufgetauten Tiefkühlbeeren
  • Vollkornkekse
  • Vollkornbrot mit Quark und Marmelade
  • Banane
Wer den Appetit von Senioren anregen möchte, sollte außerdem nur kleine Portionen servieren. Große Mengen lassen alte Menschen schnell resignieren. Hinzu kommt, dass sie ein schlechtes Gewissen entwickeln, wenn sie einen Rest auf dem Teller übrig lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.11.2010
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Interview mit Maja Döring, leitende Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin
  • Broschüre des aid Infodienstes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) "Ernährung im hohen Alter: Ratgeber für Angehörige und Pflegende" (2004)
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