Senioren mögen herzhaftes Essen

Niemand kann pauschal sagen: Senioren essen gerne dies und mögen das weniger gerne. Geschmack ist individuell. Doch Eines ist fast allen Senioren wichtig: Das Essen soll die Sinne stimulieren. Das bedeutet auch: Speisen sollten aus farblich eindeutigen und miteinander kontrastierenden Farben bestehen.

Eine Speise, die sich nur aus erdfarbenen Bestandteilen zusammensetzt – etwa Hacksteak, gebratene Champignons und Kartoffeln – regt das Auge nicht an. In diesem Fall können gedünstete rote Paprikaschoten oder Champignons mit frisch gehackter Petersilie die Mahlzeit farblich aufpeppen.

Sehr beliebt: Eintopf, Kohlroulade, Gulasch, gebratenes Fischfilet

Allerdings sollte die Speise auch im Geschmack ausdrucksstark sein. Meist werden herzhafte, traditionelle Speisen bevorzugt. Dazu zählen Eintöpfe, die nicht zu wässrig sein sollten und aus bunten erkennbaren Zutaten – Möhren, Lauch, Petersilie, oder auch Brokkoli – bestehen sollten. Außerdem sind empfehlenswert:
  • gedünstetes Gemüse
  • gefülltes Gemüse wie Kohlrouladen
  • Gulasch
  • Knödel
  • Frikadellen (Hackbällchen, Hacksteak)
  • Geflügel
  • gebratenes Fischfilet
  • Heringe
  • Hühnerfrikassee

Bei Süßspeisen auf Nährstoffe achten

Auch für Süßspeisen haben viele Senioren ein Faible. Gegen kleine Schlemmereien ist grundsätzlich nichts einzuwenden, solange sie nicht den gesamten Speiseplan dominieren. Außerdem empfiehlt es sich, süße Speisen mit relativ vielen Nährstoffen auszuwählen. Das bedeutet: Hände weg von Fettgebackenem, Weißbrot mit Butter und Marmelade, Schokoladenkuchen oder Götterspeise mit Vanillesoße. Vorzuziehen sind:
  • Früchtejoghurt
  • Milchmixgetränke mit Früchten
  • Milchreis mit Apfelmus oder anderem Obst
  • Apfelkuchen mit Vanillejoghurt
  • Pflaumenkuchen
  • Käsekirschkuchen
  • Quark mit aufgetauten Tiefkühlbeeren
  • Vollkornkekse
  • Vollkornbrot mit Quark und Marmelade
  • Banane

Wer den Appetit von Senioren anregen möchte, sollte außerdem nur kleine Portionen servieren. Große Mengen lassen alte Menschen schnell resignieren. Dazu kommt, dass viele ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie einen Rest auf dem Teller übrig lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.02.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Interview mit Maja Döring, leitende Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin
  • Broschüre des aid Infodienstes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) "Ernährung im hohen Alter: Ratgeber für Angehörige und Pflegende" (2004)