Eine angenehme Umgebung fördert den Appetit

Senioren müssen sehr auf ihre Ernährung achten: Eine Mangelernährung ist bei ihnen folgenreicher und viel schwerer wieder zu beheben als etwa bei Männern und Frauen im mittleren Lebensalter. Gerade Senioren aber mangelt es oft an Appetit. Die Ursachen sind vielfältig:
  • Die Fähigkeit, Geschmack zu empfinden, nimmt ab, weil sich die Geschmacksknospen im Mund zurückbilden.
  • Wenn Senioren schlecht trinken oder bestimmte Medikamente, wie ACE-Hemmer (Blutdruckmittel), einnehmen, wird der Speichelfluss reduziert. Die Folge: Die Nahrung rutscht nicht mehr so gut.
  • Ältere Menschen sehen oft schlecht: Das bedeutet: Der Anblick der Speise kann nicht mehr zum Essen animieren.
  • Die Magenentleerung ist verzögert, was zur vermehrten Bildung von Sättigungshormonen führt.
  • Einsamkeit animiert nicht zum Essen.
  • Senioren leiden häufig unter Kauproblemen.
Ob ein Senior Appetit entwickelt, hängt sicherlich auch von der angebotenen Speise ab. Ebenso entscheidend ist aber das Drumherum. Nette Gesellschaft in einer fröhlichen Tischrunde steigert den Appetit. Das bedeutet für Angehörige: Setzen Sie sich dazu, essen Sie mit und "füttern" Sie das geliebte Familienmitglied nicht einfach "ab".

Musik und hübsches Dekor können den Appetit stimulieren

Die Stimmung spielt eine große Rolle für Appetit und Hunger. Eine positive Stimmung, so zeigte sich, lässt sich auch durch eine angenehme Umgebung beim Essen herstellen. Musik, hübsches Tischdekor und gute Gerüche steigern das Wohlbefinden. Die Anwesenheit von Patienten mit schlechten Essmanieren hemmt dagegen häufig den Appetit.

Ratsam sind Farbkontraste beim Tisch- und Tellerdekor, um auch den Augen Nahrung zu geben. Das Essen sollte auf Porzellantellern serviert werden. Mikrowellen-Essen oder Essen auf Rädern in der Kunststoffpackung zu servieren, sollte tabu sein - ebenso wie Plastikbesteck. Aus einem Schnabelbecher trinkt ein Senior am besten nur, wenn er mit einem Glas unter keinen Umständen zurechtkommt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.11.2010
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Interview mit Maja Döring, leitende Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin
  • Broschüre des aid Infodienstes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) "Ernährung im hohen Alter: Ratgeber für Angehörige und Pflegende" (2004)
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