Senioren brauchen weniger Kalorien, aber viele Nährstoffe

Ab dem dreißigsten Lebensjahr nimmt der Energieverbrauch des Körpers immer weiter ab, der Bedarf an Kalorien sinkt. Das ist die Folge eines geringeren Grundumsatzes, abnehmender Muskelmasse und geringerer körperlicher Aktivität.

Der Bedarf an Kalorien wird bis zum Alter von 33 Jahren mit 100 Prozent angesetzt. Der Bedarf sinkt dann in der Altersgruppe
  • von 33 bis 55 Jahren um zehn Prozent,
  • von 55 bis 75 Jahren um weitere 15 Prozent und
  • ab 75 Jahre um weitere zehn Prozent.
Es gibt Hinweise, dass eine eingeschränkte Zufuhr an Kalorien chronische Krankheiten günstig beeinflussen kann. Allerdings darf nicht vergessen werden: Lebenswichtige Nährstoffe sind auch im Alter in ausreichendem Maße notwendig.

Umstände, die das Ernährungsverhalten im Alter beeinflussen können:

  • Durst, Appetit, Hunger und die Fähigkeit, Geschmack zu empfinden, können nachlassen.
  • Probleme mit den Zähnen oder der Prothese können zu Schwierigkeiten beim Kauen und zu einer einseitigen Auswahl der Speisen führen.
  • Gebrechlichkeit und Behinderung können zu Schwierigkeiten beim Einkaufen und Kochen führen.
  • Die Tätigkeit der Verdauungsorgane lässt nach, was zu Verstopfung führen kann.
  • Akute oder chronische Krankheiten erfordern Änderungen der Ernährung.
  • Depressionen, Gedächtnisschwäche und Demenz können die Nahrungsaufnahme negativ beeinflussen.
  • Medikamente können Ernährungsprobleme verursachen oder verstärken. Ein Beispiel sind Schmerzmedikamente, die nicht selten Magenbeschwerden hervorrufen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Dr. med. Kathrin Fahl, Dr. med. Karen Strehlow, Ärztinnen Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient - Problemorientierte Diagnostik und Therapie, Urban
  • J. Stein, K.-W. Jauch: Praxishandbuch klinische Ernährung und Infusionstherapie, Springer 2003