Insulin und Glukagon regulieren den Blutzucker

Insulin und Glukagon sind zwei Hormone, die in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden und wichtige Rollen im Kohlenhydratstoffwechsel und somit auch bei Diabetes mellitus spielen. Die beiden Hormone wirken im Körper als Gegenspieler.

Insulin hat im Körper zwei wichtige Funktionen:

  • Senkung des Blutzuckerspiegels
    Insulin bewirkt zum einen die Aufnahme von Glukose in das Muskel- und Fettgewebe, zum anderen hemmt es die Glukosefreisetzung aus der Leber. Der aufgenommene Zucker wird entweder zur Energiegewinnung verbrannt oder als Reservezucker im Muskel (Muskelglykogen) und in der Leber (Leberglykogen) gespeichert. Steigt der Blutzucker – etwa nach einer Mahlzeit – an, steigt auch die Insulinausschüttung.
  • Einfluss auf den Fettstoffwechsel
    Insulin reguliert auch den Fettstoffwechsel: Es begünstigt die Bildung von Körperfett und unterdrückt gleichzeitig den Fettabbau (Lipolyse).
Insulin wird in den Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet und bei Bedarf ins Blut abgegeben. Bei ungesunder Ernährung mit zu hohem Kalorienangebot ist eine sogenannte Insulinresistenz die Folge: Mit wachsender Menge an Körperfett sind immer höhere Insulinspiegel notwendig, weil die Körperzellen weniger gut auf das Insulin ansprechen. Dadurch kommt es zu einem relativen Insulinmangel: Die Bauchspeicheldrüse kann die Insulinproduktion nicht mehr dem Bedarf anpassen.

Glukagon – der Gegenspieler des Insulins

Glukagon wirkt im Körper genau entgegengesetzt zu Insulin: Es hebt den Blutzuckerspiegel, indem es den Abbau von Glykogen in der Leber steigert. Außerdem fördert es den Fettabbau. Steigt der Blutzuckerspiegel, wird die Ausschüttung von Glukagon gehemmt. Bei niedrigem Blutzuckerspiegel wird Glukagon ausgeschüttet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: G. Herold: Innere Medizin, Köln, 2014
  • Nationale Versorgungs-Leitlinie: Therapie des Typ-2-Diabetes_Langfassung_1. Auflage, Version 4, August 2013, zuletzt geändert: November 2014 http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gl_S3_Typ-2-Diabetes-Therapie_2014-11.pdf (abgerufen am 4.3.2015)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Kurzfassung (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gk_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2014-11.pdf)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Leitlinien-Report (http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-vers3-llr.pdf)
  • Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (https://www.dzd-ev.de)
  • Diabetes Deutschland (http://www.diabetes-deutschland.de)
  • Diabetes heute – ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (http://www.diabetes-heute.de)
  • Prof. Dr. Schwerbaum, Werner A. (2012): Therapie des Typ 1 Diabetes (http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_endokrinologie_diabetologie_und_rheumatologie_id5/dateien/Vorlesung_Diabetes_1_22.5.2012.pdf)