Was ist Diabetes mellitus: Krankheitsbild und Häufigkeit

Diabetes mellitus (wörtlich: honigsüßer Durchfluss) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Aufnahme von Glukose aus dem Blut in die Zellen gestört und dadurch der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Dieser hohe Blutzucker kann anfänglich zu Symptomen wie vermehrtem Durst, häufigem Wasserlassen und Müdigkeit führen.

Magen und Bauchspeicheldrüse © Thinkstock/vitapublic GmbH
Bestehen die hohen Blutzuckerwerte über Jahre, können dadurch Schäden an Blutgefäßen und Organen entstehen. Je nach Ursache unterscheidet man zwischen Diabetes Typ 1 (absoluter Mangel an Insulin) und Typ 2 (mangelnde Empfindlichkeit der Zellen für Insulin oder Abnahme der Insulinproduktion).

Etwa sechs Millionen Deutsche werden wegen Diabetes mellitus behandelt. Rund 300.000 haben Diabetes Typ 1 – davon 25.000 Kinder. 90 Prozent der Betroffenen leiden an Diabetes Typ 2. Zwar handelt es sich bei der großen Mehrzahl der Betroffenen um Erwachsene, beziehungsweise sogar über 60-Jährige, dennoch nimmt vor allem die Betroffenenzahl bei Kindern und Jugendlichen stetig zu. Die Zahl der Diabetes-Typ-2-Neuerkrankungen bei Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahren verfünffacht.

Experten gehen davon aus, dass es noch einmal so viele Betroffene gibt, die Diabetes mellitus haben, davon aber nichts wissen. Die Dunkelziffer dürfte also ebenfalls bei rund sechs Millionen liegen und die Gesamtzahl der Betroffenen in Deutschland somit zirka zwölf Millionen betragen.

Was ist Diabetes Typ 1?

Ursache dieser Form der Zuckerkrankheit ist ein Absterben der Langerhansschen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Diese Zellen sind für die Produktion von Insulin zuständig. Die Zellen werden bei einer Diabetes-Erkrankung durch den Körper selbst angegriffen und zerstört. Bei Diabetes Typ 1 handelt es sich somit um eine Autoimmunerkrankung. Vererbung spielt bei der Entstehung ebenfalls eine Rolle. Die Symptome der Erkrankung treten oft plötzlich und sehr heftig auf. Bis heute gibt es keine wirksamen Strategien, um Diabetes Typ 1 zu verhindern.

Was ist Diabetes Typ 2?

Im Gegensatz zu Diabetes Typ 1 sind die Ursachen von Diabetes Typ 2 bekannt. Als Hauptrisikofaktor gilt das Übergewicht. Der Entstehung dieser Art der Zuckerkrankheit kann mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung entgegengewirkt werden. Patienten mit Typ-2-Diabetes bemerken zunächst meist nichts von ihrer Erkrankung, die Entstehung ist ein fortlaufender Prozess. Im Körper kommt es im Verlauf zunächst zu einer Insulinresistenz – das bedeutet, dass Insulin zwar im Körper produziert wird, allerdings nicht mehr die volle Wirkung entfalten kann. Die körpereigene Leistung ist dann nicht mehr ausreichend, um den Zucker aus dem Blut zu transportieren.

Eine weitere Ursache kann die Abnahme der Insulinproduktion sein. In diesem Fall ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage, ausreichend Insulin zu produzieren, um die vorhandene Menge Zucker abzutransportieren. Oftmals kommt es im Krankheitsverlauf zu einer Verkettung beider Mechanismen: Die Bauchspeicheldrüse versucht die Insulinresistenz durch eine Überproduktion von Insulin zu kompensieren. Im Laufe der Zeit lässt die Insulinproduktion allerdings nach bis zu dem Punkt, an dem die produzierte Menge nicht mehr ausreichend ist. Bei beiden Erkrankungen sind vor allem Nerven- und Gefäßschädigungen als Langzeitfolgen gefürchtet.

Neben Typ 1 und Typ 2 gibt es noch weitere, seltenere Formen von Diabetes mellitus Formen – zum Beispiel den medikamenteninduzierten Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes).

Die Hauptmerkmale der beiden Diabetes-mellitus-Typen sind in der Tabelle gegenübergestellt:

Diabetes Typ 1 Diabetes Typ 2
Beginn akut, meist im Kindes- und Jugendalter meist schleichend, häufig nach dem 40. Lebensjahr
Familiäre Häufung vorhanden typisch
Körpergewicht zumeist Ideal- bis Normalgewicht meist Übergewicht
Ketoseneigung ausgeprägt fehlend oder gering
Symptome Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust, Müdigkeit häufig zu Beginn keine Beschwerden
Therapie immer insulinpflichtig Gewichtsreduktion, Diät, Bewegung kann medikamenten- oder insulinpflichtig werden
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2013 http://www.diabetesde.org/fileadmin/users/Patientenseite/PDFs_und_TEXTE/Infomaterial/Diabetes_Gesundheitsbericht_2013.pdf
  • Deutsches Diabetes Zentrum Düsseldorf
  • Internationale Diabetes Föderation
  • Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2007
  • Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft: Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus, Stand 10/2004