Ursachen und Risikofaktoren für Diabetes mellitus

Als Ursachen von Diabetes mellitus gelten sowohl Gene und Vererbung als auch äußere Einflüsse. Die Entstehungsmechanismen und Gründe sind jedoch je nach Diabetestyp unterschiedlich.

Es ist bekannt, dass Diabetes Typ 2 sehr stark durch Vererbung bedingt wird und trotzdem die individuelle Lebensweise die größere Rolle spielt. Anders beim Diabetes Typ 1: Hier ist die Lebensweise nicht ausschlaggebend für das Auftreten der Erkrankung, neuere Forschungen zeigen auch bei Diabetes Typ 1 eine erbliche Komponente.

Ursachen und Risikofaktoren für Diabetes Typ 2

Das Risiko für Diabetes Typ 2 wird zum einen vererbt, zum anderen durch den Lebensstil beeinflusst. Zur Entstehung der Erkrankung tragen äußere Risikofaktoren wie falsche Ernährung und Bewegungsmangel bei. Fast alle Typ-2-Diabetiker sind übergewichtig. Auch ein hohes Lebensalter spielt eine Rolle, da gerade mit zunehmendem Alter die Bewegung abnimmt und ein langjährig ungesunder Lebensstil zum Tragen kommt. Allerdings leiden seit einigen Jahren auch immer mehr Kinder und Jugendliche an Diabetes Typ 2.

Einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Typ-2-Diabetes hat das metabolische Syndrom. Darunter versteht man die Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und gestörtem Glukosestoffwechsel.

Weitere Ursachen für Diabetes mellitus

Neben den genannten Ursachen können verschiedene Medikamente, Krankheiten und auch eine Schwangerschaft das Auftreten von Diabetes mellitus begünstigen.

Bei Männern scheinen weiterhin Bluthochdruck, Rauchen sowie Alkoholkonsum, bei Frauen ein hoher Harnsäurespiegel und körperliche Inaktivität das Diabetesrisiko zu erhöhen.

Ursachen für Diabetes Typ 1

Bei Patienten mit Diabetes Typ 1 liegt als Ursache meist eine Autoimmunerkrankung vor, bei der sich Abwehrzellen gegen die eigenen Zellen in der Bauchspeicheldrüse richten. Je früher dieser Angriff des eigenen Immunsystems auftritt, desto schneller ist der Krankheitsverlauf.

Warum es zu dieser Autoimmunreaktion kommt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Auch hier ist die Vererbung von Bedeutung: Es ist mittlerweile sicher, dass viele verschiedene Gene an der Erkrankung beteiligt sind. Bekannt ist eine familiäre Häufung. Bei einem geringen Teil der Typ-1-Diabetiker lassen sich weder Abwehrzellen (Antikörper) noch andere Ursachen feststellen. In diesen Fällen spricht man von der sogenannten idiopathischen Form des Diabetes Typ 1.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Kurzfassung (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gk_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2014-11.pdf)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Leitlinien-Report (http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-vers3-llr.pdf)
  • Nationale Versorgungs-Leitlinie: Therapie des Typ-2-Diabetes_Langfassung_1. Auflage, Version 4, August 2013, zuletzt geändert: November 2014 http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gl_S3_Typ-2-Diabetes-Therapie_2014-11.pdf (abgerufen am 4.3.2015)
  • Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (https://www.dzd-ev.de)
  • Diabetes Deutschland (http://www.diabetes-deutschland.de)
  • Diabetes heute – ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (http://www.diabetes-heute.de)
  • Prof. Dr. Schwerbaum, Werner A. (2012): Therapie des Typ 1 Diabetes (http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_endokrinologie_diabetologie_und_rheumatologie_id5/dateien/Vorlesung_Diabetes_1_22.5.2012.pdf)