Diabetes Typ 2: Therapie mit Tabletten

Beim Diabetes Typ 2 kann die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) – anders als beim Typ-1-Diabetes – noch Insulin produzieren. Allerdings ist die Wirkung beziehungsweise die Freisetzung des Insulins gestört. Es muss aber, besonders zu Beginn der Behandlung, nicht gleich Insulin gespritzt werden. Diabetes Typ 2 lässt sich häufig – je nach Schwere der Zuckerkrankheit – mit Tabletten behandeln.

Wie wirken die Tabletten gegen Diabetes?

Orale Antidiabetika, also Tabletten gegen Diabetes mellitus, wirken auf verschiedene Weise. Einige Medikamente regulieren den Blutzucker, indem sie die Glukoseaufnahme aus dem Darm verzögern oder die Glukoseaufnahme in die Zellen verbessern. Zu diesen Medikamenten zählen Biguanide (zum Beispiel Metformin), Alpha-Glukosidasehemmer, Füll- oder Quellstoffe und Glitazone – auch Insulinsensitizer genannt. Andere Tabletten gegen Diabetes mellitus senken den Blutzucker, indem sie die Insulinabgabe aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut erhöhen. Zu diesen Medikamenten zählen Sulfonylharnstoffe und Glinide. SGLT-2-Hemmer senken den Blutzuckerspiegel, indem sie dafür sorgen, dass Zucker über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden wird. Für Patienten mit Diabetes Typ 1 sind Tabletten ungeeignet.

Wann beginnt die Therapie mit Tabletten?

Die Behandlung bei Diabetes Typ 2 erfolgt nach einem Stufenplan. Zunächst beginnt man im Allgemeinen mit einer Basistherapie aus Ernährungsumstellung und Bewegung. Wenn dadurch innerhalb von drei bis sechs Monaten das Blutzucker- und HbA1c-Ziel nicht erreicht wird, beginnt zusätzlich zur Basistherapie die Diabetestherapie mit Tabletten.

Wo sind die Grenzen der Therapie mit Tabletten?

Nicht immer kann ein Diabetes Typ 2 mit Tabletten ausreichend behandelt werden. Dann erfolgt die Umstellung auf Insulin. Diese Umstellung ist zum Beispiel nötig, wenn auch nach drei bis sechs Monaten der Blutzucker durch verschiedene orale Antidiabetika nicht ausreichend gesenkt werden konnte. Auch Schwangerschaft, Operationen oder schwere Erkrankungen können eine Behandlung mit Insulin erforderlich machen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Kurzfassung (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gk_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2014-11.pdf)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Leitlinien-Report (http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-vers3-llr.pdf)
  • Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (https://www.dzd-ev.de)
  • Diabetes Deutschland (http://www.diabetes-deutschland.de)
  • Diabetes heute – ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (http://www.diabetes-heute.de)
  • Prof. Dr. Schwerbaum, Werner A. (2012): Therapie des Typ 1 Diabetes (http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_endokrinologie_diabetologie_und_rheumatologie_id5/dateien/Vorlesung_Diabetes_1_22.5.2012.pdf)