Diabetes mellitus: Insulintherapie mit Insulinpens

Heutzutage wird Insulin in der Diabetestherapie am häufigsten mithilfe von Insulinpens verabreicht. Seit der Einführung von Pens (engl. für Füllfederhalter) wurden viele verschiedene Varianten entwickelt.

Was ist ein Insulinpen?

Insulinpens enthalten eine Patrone mit Insulin oder sind bereits fertig mit Insulin befüllt. Das Volumen beträgt drei Milliliter, die Konzentration 100 internationale Einheiten pro Milliliter (I.E./ml). Die jeweilige Insulindosis stellt man mit einer Dosiervorrichtung ein. Das Aufziehen des Insulins aus einer Durchstechflasche wird mit einem Insulinpen überflüssig, sodass der Diabetiker das Insulin unkompliziert mitnehmen und unterwegs spritzen kann. Auch der Nadelwechsel ist bei dieser Technik unkompliziert.

Wie unterscheiden sich Insulinpens?

Es sind viele verschiedene Insulinpens erhältlich. Sie unterscheiden sich – neben Form, Farbe und Größe – vor allem in der Technik. Manche Insulinpens haben eingebaute Lupen, die das Ablesen der Dosierung erleichtern. Der Patient sollte die Wahl des Insulinpens individuell nach seinen Bedürfnissen treffen. Hilfestellung bekommt er vom Arzt und Diabetesberater, bei Diabetesschulungen oder in Apotheken. Häufig stehen dort auch verschiedene Modelle zum Ausprobieren zur Verfügung.

Wiederbefüllbare Insulinpens

Die „klassische“ Konstruktionsweise sind wiederbefüllbare Insulinpens, die mit Insulinpatronen befüllt werden. Der Einstich der Nadel in die Haut und das Verschieben des Kolbens zur Abgabe des Insulins erfolgen bei diesen Insulinpens manuell.

Diabetestherapie mit Einmalpens

Einmalpens kommen mit Insulin befüllt in den Handel und können, wenn sie leer sind, nicht wiederbefüllt werden. Das erleichtert Diabetikern, die motorisch eingeschränkt sind, die Therapie mit Insulin. Der Einstich der Nadel in die Haut und das Verschieben des Kolbens zur Abgabe des Insulins erfolgen auch bei diesen Insulinpens manuell, man benötigt aber etwas weniger Kraft als bei wiederbefüllbaren Insulinpens.

Diabetestherapie mit halbautomatischen Insulinpens

Auch halbautomatische Insulinpens werden mit Insulinpatronen befüllt. Der Einstich der Nadel in die Haut erfolgt manuell, aber der Kolben zur Abgabe des Insulins wird durch eine Federmechanik verschoben.

Diabetestherapie mit vollautomatischen Insulinpens

Bei vollautomatischen Insulinpens, die mit Insulinpatronen befüllt werden, erfolgen der Einstich der Nadel in die Haut sowie das Verschieben des Kolbens zur Abgabe des Insulins durch eine Federmechanik. Dadurch sind diese Insulinpens sowohl zur Therapie bei motorischen Einschränkungen als auch bei Diabetespatienten mit Spritzenangst besonders geeignet.

Insulinpens mit befüllbarer Zylinderampulle

Diese Insulinpens werden mit einer Aufziehhilfe geliefert, mit der eine beliebige Insulinlösung in die Zylinderampulle gefüllt werden kann. Dadurch bietet sich für Patienten mit geringem Insulinbedarf auch die Möglichkeit, U40-Insulin mit einem Insulinpen zu spritzen. In der Praxis spielen diese Insulinpens nur eine untergeordnete Rolle.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Kurzfassung (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gk_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2014-11.pdf)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Leitlinien-Report (http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-vers3-llr.pdf)
  • Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (https://www.dzd-ev.de)
  • Diabetes Deutschland (http://www.diabetes-deutschland.de)
  • Diabetes heute – ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (http://www.diabetes-heute.de)
  • Prof. Dr. Schwerbaum, Werner A. (2012): Therapie des Typ 1 Diabetes (http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_endokrinologie_diabetologie_und_rheumatologie_id5/dateien/Vorlesung_Diabetes_1_22.5.2012.pdf)
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