Diabetes mellitus – Therapie mit Insulin

Bei Diabetes mellitus kann der Körper den Zuckerhaushalt nicht mehr ausreichend selbstständig regulieren. Dabei sind bei Diabetes mellitus Typ 1 die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört und der Körper kann selbst kein Insulin mehr bilden. Deshalb ist Typ-1-Diabetes immer „insulinpflichtig“. Bei Typ-2-Diabetes ist zuerst meist die Wirkung von Insulin gestört (Insulinresistenz).

Im fortgeschrittenen Stadium kann die Bauchspeicheldrüse bei der Typ 2-Diabetes dann auch nicht mehr genügend Insulin bilden. Typ-2-Diabetes wird zunächst mit einer Basistherapie aus Ernährung und Bewegung sowie mit Tabletten behandelt. Erst, wenn dadurch der Blutzucker nicht mehr kontrolliert werden kann, wird Diabetes mellitus Typ 2 mit Insulin behandelt. Auch beim Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), manchmal auch als Typ-4-Diabetes bezeichnet, ist die Wirkung des körpereigenen Insulins herabgesetzt. Wenn eine Umstellung der Ernährung nicht ausreicht, wird Schwangerschaftsdiabetes direkt mit Insulin behandelt, eine Therapie mit Tabletten (orale Antidiabetika) ist für Schwangere nicht zugelassen.

Insulin-Blutspiegel beim Gesunden und in der Therapie

Beim Gesunden gibt die Bauchspeicheldrüse auch im nüchternen Zustand ständig Insulin ans Blut ab. Diese „basale“ Insulinausschüttung beträgt bei Erwachsenen etwa 1 I.E. Insulin pro Stunde. In der Diabetestherapie mit Insulin wird dieser basale Insulinbedarf durch das Spritzen von Verzögerungsinsulin gedeckt. Die Hauptmenge an Insulin wird bei Gesunden nach dem Essen als Reaktion auf steigende Blutzuckerwerte ins Blut abgegeben. Bei der Therapie des Diabetes mit Insulin wird dieser mahlzeitenbezogene Insulinbedarf (Bolus) durch kurzwirksames Insulin zum Essen gedeckt.
Diabetes Grafik: Diagramm zum Verlauf des Insulinspiegels © vitapublic GmbH

Welche Insulinarten gibt es?

Die große Fülle an verschiedenen Insulin-Präparaten lässt sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Kurzwirksames Insulin und Verzögerungsinsulin. Bei den kurzwirksamen Insulinen gibt es Normalinsulin (früher Altinsulin genannt) und kurzwirksame Insulinanaloga. Sie werden als Analoga bezeichnet, da sie eine den natürlichen Insulinen analoge blutzuckersenkende Wirkung haben; allerdings werden sie gentechnologisch hergestellt. Als Verzögerungsinsuline gibt es NPH-Insulin (Neutrales Protamin Hagedorn) mit mittlerer Wirkdauer und langwirksame Insulinanaloga. Zusätzlich gibt es im Rahmen der konventionellen Therapie Mischinsuline aus Verzögerungsinsulin und kurzwirksamem Insulin.

Warum gibt es keine Insulintabletten?

Insulin kann nicht oral eingenommen werden, da es über diesen Weg nicht wirken kann. Es wird im Magen aufgrund seiner Eiweiß-Struktur sehr schnell verdaut und damit unwirksam.

Welches Insulin bekomme ich?

Wegen der Vielzahl von Insulinpräparaten sollten Diabetiker unbedingt über „ihre“ Insuline Bescheid wissen. Dazu gehört, dass sie wissen, wann sie welches Insulin mit welcher Wirkdauer und in welcher Dosis verwenden. Auch Namen und Herkunft der Insulin-Präparate sollten Menschen mit Diabetes möglichst auswendig kennen. Es ist hilfreich, ein Etikett von einem gebrauchten Insulinfläschchen abzulösen und in den Diabetiker-Ausweis oder ein Protokollheft zu kleben und immer bei sich zu tragen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.10.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Aktoris, Förstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsevier 2005
  • Evidenzbasierte Leitlinien der DDG - Antihyperglykämische Therapie des Diabetes mellitus Typ 2, Stand 05/2003
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