Diabetes - Therapie mit Insulin
Wann ist die Therapie mit Insulin erforderlich?
Bei Diabetes mellitus kann der Körper den Zuckerhaushalt nicht mehr selbstständig regulieren. Dabei sind beim Diabetes Typ 1 die Insulin bildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört und der Körper kann kein Insulin mehr bilden. Deshalb ist Typ-1-Diabetes immer "Insulinpflichtig". Beim Diabetes Typ 2 ist die Wirkung von Insulin gestört (Insulinresistenz), beim fortgeschrittenen Diabetes Typ 2 kann die Bauchspeicheldrüse auch nicht mehr genügend Insulin bilden. Typ-2-Diabetes wird zunächst mit einer Basistherapie aus Ernährung und Bewegung und mit Tabletten behandelt. Erst, wenn dadurch der Blutzucker nicht mehr kontrolliert werden kann, wird auch Diabetes Typ 2 mit Insulin behandelt. Auch beim Schwangerschaftsdiabetes (Diabetes Typ 4) kann das Insulin nicht richtig wirken. Wenn eine Umstellung der Ernährung nicht ausreicht, wird Schwangerschaftsdiabetes direkt mit Insulin behandelt, eine Behandlung mit Tabletten ist für Schwangere nicht geeignet.
Insulin-Blutspiegel beim Gesunden und in der Therapie
Beim Gesunden gibt die Bauchspeicheldrüse auch im nüchternen Zustand ständig Insulin ans Blut ab. Diese "basale" Insulinausschüttung beträgt bei Erwachsenen etwa 1 I.E. Insulin pro Stunde. In der Diabetestherapie mit Insulin wird dieser basale Insulinbedarf meist durch Verzögerungsinsulin gedeckt. Die Hauptmenge an Insulin wird bei Gesunden nach dem Essen als Reaktion auf steigende Blutzuckerwerte ins Blut abgegeben. Bei der Diabetestherapie mit Insulin wird dieser mahlzeitenbezogene Insulinbedarf (Bolus) meist durch kurzwirksames Insulin zum Essen gedeckt.
Welche Insulinarten gibt es?
Die große Fülle der verschiedenen Insulin-Präparate lässt sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Kurzwirksames Insulin und Verzögerungsinsulin. Bei den kurzwirksamen Insulinen gibt es Normalinsulin (früher Altinsulin) und kurzwirksame Insulinanaloga. Als Verzögerungsinsuline gibt es NPH-Insulin (Neutrales Protamin-Insulin Hagedorn) mit mittlerer Wirkdauer, zinkverzögertes Insulin mit langer Wirkdauer und langwirksame Insulinanaloga. Zusätzlich gibt es Mischinsuline aus Verzögerungsinsulin und kurzwirksamem Insulin. Bild anklicken zum Vergrößern
Warum gibt es keine Insulintabletten?
Bisher ist es nicht gelungen, das Insulin in einer Tablette zu verpacken. Insulin wird im Magen aufgrund seiner Eiweiß-Struktur sehr schnell verdaut und damit unwirksam. Eine Alternative zur Insulinspritze ist das Insulin zum Inhalieren.
Welches Insulin bekomme ich?
Wegen der Vielzahl von Insulinpräparaten sollte Sie als Diabetiker unbedingt über "Ihre" Insuline Bescheid wissen. Dazu gehört, dass Sie wissen, wann Sie welches Insulin mit welcher Wirkdauer verwenden. Auch Namen und Herkunft der Insulin-Präparate sollten Sie möglichst auswendig kennen. Es ist hilfreich, ein Etikett von einem gebrauchten Insulinfläschchen abzulösen und in den Diabetiker-Ausweis oder ein Protokollheft zu kleben und immer bei sich zu tragen.
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