Der diabetische Fuß

Das diabetische Fußsyndrom (auch „diabetischer Fuß“ genannt) ist eine gefürchtete Folgeerkrankung von Diabetes mellitus.

Die Therapie des diabetischen Fußes ist schwierig und langwierig. Etwa 14 Prozent aller Diabetiker sind jährlich wegen Fußkomplikationen in ärztlicher Behandlung. Beim diabetischen Fuß unterscheidet man zwischen der Nervenschädigung des Fußes, die zu einem gestörten Empfinden führt, und der Störung der Durchblutung, die die Bildung von Geschwüren erleichtert. In etwa einem Drittel der Fälle sind beide Formen miteinander kombiniert. Häufigster Auslöser von Verletzungen am Fuß sind ungeeignete Schuhe.

Nervenstörungen beim diabetischen Fußsyndrom

Infolge der diabetischen Erkrankung kann es aufgrund langjährig erhöhter Blutzuckerwerte zu Nervenschädigungen (diabetische Polyneuropathie) kommen. Diese äußern sich durch:
  • Missempfindungen in den Beinen und Zehen, zum Beispiel Kribbeln oder Ameisenlaufen
  • gestörte Berührungsempfindlichkeit
  • gestörtes Schmerz- und Temperaturempfinden
Dies hat zur Folge, dass Verletzungen am Fuß oft wochenlang nicht wahrgenommen werden. Ist gleichzeitig noch die Durchblutung eingeschränkt, können die Wunden schlecht abheilen und sich sogar vergrößern. So kommt es häufig vor, dass Diabetiker Wunden an den Füßen erst bemerken, wenn schon ein kritischer Zustand eingetreten ist.

Durchblutungsstörungen beim diabetischen Fuß

Diabetes schädigt mit der Zeit die Gefäße (Mikro- und Makroangiopathie) – das wiederum kann zu einer  Durchblutungsstörung am Fuß führen. Die Durchblutungsstörung macht sich durch einige oder mehrere der folgenden Kennzeichen bemerkbar:
  • kalte, blasse bis bläuliche Füße
  • dünne, trockene Haut
  • verringerte Fußbehaarung
  • schlecht heilende Wunden
  • abgeschwächte Fußpulse
  • Schmerzen beim Gehen
Weil sich die Schmerzen nach dem Stehenbleiben innerhalb von ein bis zwei Minuten bessern, spricht man auch von der Schaufensterkrankheit (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK). Da die Durchblutungsstörungen häufig mit einer Polyneuropathie – also einer Nervenschädigung – verbunden sind, muss es nicht in allen Fällen zu Schmerzen kommen.

Die Therapie des diabetischen Fußes ist schwierig

Infolge kleinerer Verletzungen entwickeln sich häufig Geschwüre an druckbelasteten Stellen wie Ferse oder Fußballen, die sich infizieren können und nur schwer abheilen. Werden sie über einen längeren Zeitraum nicht bemerkt, können sie sich enorm ausbreiten.

Sobald ein diabetisches Fußsyndrom vorhanden ist, sind eine sorgfältige Wundbehandlung und Druckentlastung ausschlaggebend. Hat sich die Wunde infiziert, kommt Antibiotika zum Einsatz. Bei schweren Infektionen ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Als Komplikationen können sich Haut- und Knochennekrosen (Absterben von Gewebe) entwickeln, die bei etwa zwei Prozent aller Diabetiker eine Amputation erforderlich machen.

Da Diabetes meist mit Wundheilungsstörungen verbunden ist, kann es Monate dauern, bis ein diabetischer Fuß vollständig abheilt.

Die wichtigsten Maßnahmen gegen einen diabetischen Fuß sind Früherkennung und Vorsorge. Da Menschen mit Diabetes aufgrund von Nervenschädigungen oft keine Schmerzen verspüren, sollten Diabetiker ihre Füße regelmäßig kontrollieren und pflegen. Auch eine gute Einstellung der Blutzuckerwerte beugt der Entstehung des diabetischen Fußsyndroms vor. Sind bereits Gefäßerkrankungen vorhanden, sollten diese unbedingt behandelt werden.

Hoffnung geben neue Studien, die die Wirksamkeit einer Gentherapie beim diabetischen Fuß vermuten lassen.
Info
Nehmen Sie jede auch noch so kleine Verletzung an den Füßen ernst. Um einem diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen, sollten Sie unbedingt alle Untersuchungstermine wahrnehmen, die Sie mit Ihrem Arzt vereinbart haben. Sie können diese beispielsweise im Gesundheits-Pass Diabetes festhalten. Fragen Sie in Ihrer Praxis auch nach dem Disease Management Programm (DMP) Diabetes. So ist eine regelmäßige medizinische Betreuung gewährleistet und Sie vergessen keine Kontrolluntersuchungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsches Diabetes-Zentrum Düsseldorf
  • G. Herold: Innere Medizin, Köln, 2004
  • Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 24: Diabetes mellitus, März 2005
  • Gentherapie Verbessert Diabetische Neuropathie in Studie, leodufour.com 29.04.2009 http://www.leodufour.com/gentherapie-verbessert-diabetische-neuropathie-in-studie/ (abgerufen: 21.04.2015)
  • K. Arastéh: Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart, 2013
  • Evaluation of the diabetic foot, uptodate.com http://www.uptodate.com/contents/evaluation-of-the-diabetic-foot?source=search_result&search=diabetic+feet&selectedTitle=1~150 (abgerufen: 21.04.2015)