Diabetes: Vorsorge in der Schwangerschaft

Die Vorsorge bei Frauen mit Diabetes mellitus ist während der gesamten Schwangerschaft intensiver als bei stoffwechselgesunden Frauen und sollte die folgenden Maßnahmen beinhalten.

Arztbesuch

Schwangere mit Diabetes sollten sich mindestens alle zwei Wochen bei ihrem Gynäkologen vorstellen. Betreuung und Vorsorge sollten in Zusammenarbeit mit einem Diabetologen und nach Möglichkeit auch mit einem diabetologisch erfahrenen Gynäkologen beziehungsweise Perinatalzentrum erfolgen.

Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall

Generell wird empfohlen, Ultraschalluntersuchungen zur Vorsorge im Abstand von vier Wochen durchzuführen, am Ende der Schwangerschaft im Abstand von zwei Wochen. Neben der Kontrolle des Kindeswachstums sollte auch die Fruchtwassermenge beurteilt werden. Eine frühe Ultraschalluntersuchung zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche (SSW) dient der Feststellung der Schwangerschaft. Optional kann zwischen der elften und 14. Schwangerschaftswoche eine Nackentransparenzmessung durchgeführt werden. Eine ausführliche Ultraschalluntersuchung in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche dient dem Ausschluss von Organfehlbildungen.

Kontrolle der Kindesentwicklung

Ab der 28. Woche werden intensiv die kindlichen Bewegungen, CTG und Doppler-Sonographie zur Beurteilung des Ungeborenen erfasst. Dabei sollte die CTG-Untersuchung ab der 32. Woche zweimal wöchentlich, ab der 35. Woche noch häufiger durchgeführt werden. Die Doppler-Sonographie kommt zur Vorsorge bei Schwangeren mit Bluthochdruck und kindlicher Wachstumsverzögerung zum Einsatz.

Klinkeinweisung und Entbindung

Ein bis zwei Wochen vor dem Entbindungstermin empfiehlt sich die Vorstellung der Schwangeren in einem Entbindungszentrum, das auf die Entbindung von diabetischen Schwangeren vorbereitet ist. Verlief die Schwangerschaft komplikationslos, kann die Schwangere zum Termin vaginal entbinden. Der errechnete Geburtstermin sollte nach Möglichkeit nicht überschritten werden. Stillen ist für Frauen mit Diabetes genauso möglich wie für stoffwechselgesunde Frauen.

Komplikationen

Wegen des erhöhten Risikos für eine Retinopathie sollte bei Feststellung der Schwangerschaft der Augenhintergrund untersucht und zur Vorsorge regelmäßig kontrolliert werden. Bei diabetischer Nephropathie müssen Eiweißausscheidung, Serumkreatinin und Blutdruck regelmäßig überwacht werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Evidenzbasierte Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft: Diabetes und Schwangerschaft (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/057-023l_S3_Diabetes_und_Schwangerschaft_2014-12.pdf)
  • Deutsches Diabetes-Zentrum Düsseldorf: Diabetes und Schwangerschaft - mit Diabetes schwanger werden
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Kurzfassung (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gk_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2014-11.pdf)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Leitlinien-Report (http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-vers3-llr.pdf)
  • Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (https://www.dzd-ev.de)
  • Diabetes Deutschland (http://www.diabetes-deutschland.de)
  • Diabetes heute – ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (http://www.diabetes-heute.de)
  • Prof. Dr. Schwerbaum, Werner A. (2012): Therapie des Typ 1 Diabetes (http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_endokrinologie_diabetologie_und_rheumatologie_id5/dateien/Vorlesung_Diabetes_1_22.5.2012.pdf)