Schwanger mit Diabetes: Risiken für Mutter und Kind

Trotz der Risiken kann den meisten Frauen mit Diabetes mellitus heutzutage grundsätzlich zu einer Schwangerschaft geraten werden, wenn ein Kinderwunsch besteht.

Eine optimale Betreuung und Stoffwechseleinstellung von Schwangeren mit Diabetes ist in Deutschland allerdings leider noch nicht alltäglich. Insofern liegen die Risiken während einer Schwangerschaft immer noch über denen stoffwechselgesunder Frauen. Sowohl Frühgeburten als auch kindliche Fehlbildungen und Säuglingssterblichkeit treten bei Frauen mit Diabetes häufiger auf. Die Säuglingssterblichkeit ist vor allem durch die diabetische Fetopathie mit ungenügender Organreife, Mangelentwicklung und diversen Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel Unterzuckerungen begründet.

Kinder wiegen bei der Geburt meist über vier Kilogramm

Relativ häufig bei Schwangeren mit Diabetes sind eine starke Zunahme der Fruchtwassermenge und ein abnormales Größenwachstum der Kinder – die sogenannte fötale Makrosomie. Bei der Geburt wiegen sie meistens mehr als 4.000 Gramm. Aufgrund der starken Gewichtszunahme kann es zu Problemen während der Geburt kommen, die auch für das Kind belastend sind.

Risiken für die Mutter

Mütterlicherseits besteht ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Infektionen der Harnwege, der Scheide und des Gebärmutterhalses sowie für Plazentainsuffizienz und vorzeitige Wehen. Eine diabetische Retinopathie und/oder Nephropathie kann sich im Laufe der Schwangerschaft verschlechtern. Unter der Diabetesbehandlung können Unterzuckerungen, aber auch Ketoazidosen auftreten.

Gute Blutzuckereinstellung minimiert Risiken

Sämtliche Risiken für Mutter und Kind lassen sich allerdings durch eine gute Blutzuckereinstellung – möglichst schon vor der Schwangerschaft – minimieren oder verhindern. Während der gesamten Schwangerschaft und Geburt ist eine spezialisierte diabetologisch-internistische und diabetologisch-gynäkologische Betreuung dringend zu empfehlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Evidenzbasierte Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft: Diabetes und Schwangerschaft (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/057-023l_S3_Diabetes_und_Schwangerschaft_2014-12.pdf)
  • Deutsches Diabetes-Zentrum Düsseldorf: Diabetes und Schwangerschaft - mit Diabetes schwanger werden
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Kurzfassung (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gk_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2014-11.pdf)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Leitlinien-Report (http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-vers3-llr.pdf)
  • Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (https://www.dzd-ev.de)
  • Diabetes Deutschland (http://www.diabetes-deutschland.de)
  • Diabetes heute – ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (http://www.diabetes-heute.de)
  • Prof. Dr. Schwerbaum, Werner A. (2012): Therapie des Typ 1 Diabetes (http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_endokrinologie_diabetologie_und_rheumatologie_id5/dateien/Vorlesung_Diabetes_1_22.5.2012.pdf)