Diabetes mellitus: Tipps für die Reise

Für Diabetespatienten gilt es auf Reisen einiges zu beachten. Hier finden Sie Tipps für Flugreisen mit Diabetes, lange Autofahrten, Reisen in warme Klimazonen oder große Höhen.

Die meisten Fluggesellschaften bieten auf ihren Flügen spezielle Menüs für Diabetespatienten an, die im Voraus bestellt werden müssen – bei der Buchung oder telefonisch bis 24 Stunden vor dem Abflug. Versichern Sie sich beim Check-In, ob Ihr Diabetiker-Menü an Bord ist.
Bei Flugreisen sollten Sie Ihren Diabetikerbedarf im Handgepäck transportieren. Insulin und Glucagon könnten bei niedrigen Temperaturen im Gepäckraum Schaden nehmen, außerdem gehen immer wieder Koffer verloren. Noch größere Sicherheit haben Sie, wenn Sie Ihren Diabetesbedarf auf Ihr Handgepäck und das Ihrer Reisebegleitung verteilen. Vergessen Sie nicht, ausreichend Kohlenhydrate in Form von Traubenzucker, Gummibärchen, Keksen oder Trockenobst gegen Unterzuckerung (Hypoglykämie) mitzunehmen. Auf dem Flug sollten Sie genügend trinken und regelmäßig Ihren Blutzucker messen – vor allem bei Flügen mit Zeitverschiebung.

Autoreisen mit Diabetes mellitus

Bei längeren Autofahrten sollten Sie vor allem darauf achten, nicht in eine Unterzuckerung zu geraten. Treten Sie die Fahrt nur mit guten Blutzuckerwerten an. Essen Sie jede Stunde eine Kleinigkeit, legen Sie spätestens alle zwei Stunden eine Pause ein und messen Sie regelmäßig den Blutzucker. Halten Sie ausreichend schnell wirkende Kohlenhydrate in Form von Traubenzucker oder Glukosesirup bereit. Beim Verdacht auf Unterzuckerung sollten Sie sofort einen Parkplatz anfahren und erst weiterfahren, wenn sich Ihr Zustand normalisiert hat. Wegen der Störung des Tagesrhythmus sollten Sie Nachtfahrten vermeiden. Während der Fahrt sollte Ihr Insulin nicht im Handschuhfach oder auf der Hutablage liegen, da es sich dort stark aufheizen könnte.

Reisen in warme Klimazonen

Bei Reisen in ein wärmeres Klima kann sich die Insulinwirkung verstärken: Das Insulin wird durch die Wärme schneller ins Blut aufgenommen. Die Temperatur beeinflusst auch die Blutzuckermessstreifen. Dadurch ist es möglich, dass die Messung fälschlicherweise hohe Werte ergibt. Wichtig zu wissen: Tritt bei hohen Temperaturen ein hoher Blutzucker auf, kann Ihr Körper schneller austrocknen. Bedenken Sie, dass Insulin durch Wärme und vor allem durch direktes Sonnenlicht in seiner Wirkung abgeschwächt wird. Achten Sie außerdem auf Ihre Haut: Bei feucht-warmem Klima steigt die Gefahr für Hautinfektionen. Außerdem können die Warnsignale für Verbrennungen durch zu viel Sonnenlicht aufgrund einer diabetischen Neuropathie unterdrückt sein.

Reisen in große Höhen

Die Insulinwirkung kann bei großer Höhe unberechenbar werden und die Blutzuckermessung kann falsch niedrige Werte ergeben. Die Symptome für eine Unterzuckerung und die Höhenkrankheit sind sich sehr ähnlich, weshalb sie schwer unterschieden werden können. Zusätzlich senkt Kältezittern den Blutzucker. Diabetische Folgeerkrankungen stellen in großen Höhen ein weiteres Risiko dar: Bei diabetischer Neuropathie steigt für Diabetiker die Gefahr von Erfrierungen und bei Gefäßerkrankungen (ischämischen Erkrankungen) die Gefahr von Komplikationen.

Kleidung und Schuhe

Auf Reisen sollten Sie besonders auf Ihre Füße achten: Laufen Sie möglichst nicht barfuß, um Verletzungen oder Verbrennungen zu vermeiden. Achten Sie auf bequeme Schuhe und Strümpfe ohne scheuernde Nähte. Tragen Sie im Urlaub am besten keine neuen Schuhe. Bei großer Hitze ist lockere, weite Kleidung aus Naturfasern ideal.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Kurzfassung (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gk_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2014-11.pdf)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Leitlinien-Report (http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-vers3-llr.pdf)
  • Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (https://www.dzd-ev.de)
  • Diabetes Deutschland (http://www.diabetes-deutschland.de)
  • Diabetes heute – ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (http://www.diabetes-heute.de)
  • Prof. Dr. Schwerbaum, Werner A. (2012): Therapie des Typ 1 Diabetes (http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_endokrinologie_diabetologie_und_rheumatologie_id5/dateien/Vorlesung_Diabetes_1_22.5.2012.pdf)