Blutzuckermessung und Insulin reagieren temperaturabhängig

Im Urlaub können sich Insulin und Blutzuckermessung durch das veränderte Klima unerwartet verhalten.

Die Blutzuckermessung ist temperaturabhängig

Die Funktion von Blutzucker-Teststreifen ist abhängig von der Temperatur. Moderne Testgeräte verfügen meist über einen Temperatur-Sensor, der eine genaue Messung bei 15 bis 35 Grad Celsius ermöglicht. Ein modernes Blutzuckermessgerät zeigt an, wenn wegen zu niedriger („l“ für „low“) oder zu hoher Temperatur („h“ für „high“) kein genaues Messergebnis ermittelt werden kann. Das ist sinnvoll, denn kein Ergebnis zu erhalten ist bei Diabetes sicherer als ein falsches, das zu einer falschen Medikamenten-Dosierung führen könnte. Führen Sie in solchen Fällen erneut eine Blutzuckermessung unter günstigeren Bedingungen durch.

Transport von Utensilien zur Blutzuckermessung

Schützen Sie Teststreifen, Sensoren und Messgerät vor zu hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung. Dazu können Sie Ihre Utensilien zur Blutzuckermessung zum Beispiel in ein Handtuch einwickeln. Bei hoher Luftfeuchtigkeit sollten Sie das Teststreifen-Röhrchen nach der Entnahme sofort sorgfältig verschließen. Bei Minusgraden tragen Sie Teststreifen und Messgerät am besten dicht am Körper. Messen Sie zügig und im Windschatten. In großen Höhen (ab 4000 m) ist eine zuverlässige Blutzuckermessung nicht mehr gewährleistet, da der Test unter anderem vom Sauerstoffgehalt der Luft abhängig ist.

Auch Insulin ist temperaturempfindlich

Auch die Wirkung von Insulin ist temperaturabhängig. Bei warmen Temperaturen wirkt Insulin besser, in großen Höhen kann die Insulinwirkung unberechenbar werden. Außerdem muss es vor zu großer Hitze und Kälte geschützt werden. In Klimazonen mit sehr hohen Temperaturen sollten Sie Ihr Insulin dunkel und bruchsicher aufbewahren, zum Beispiel in einer kleinen Kühltasche oder Thermoskanne. Bei Minusgraden kann Insulin schnell kältegeschädigt werden und seine Wirkung verlieren. Tragen Sie deshalb Ihr Insulin immer möglichst nah am Körper und nicht in Außentaschen oder im Rucksack. Aus dem gleichen Grund gehört Insulin bei Flugreisen nicht in den Koffer, sondern ins Handgepäck. Denn die Koffer könnten im Laderaum Minusgraden ausgesetzt sein. Ebenso hitze- und kälteempfindlich ist Glucagon, deshalb muss es genauso wie Insulin geschützt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Aktoris, Förstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsevier 2005
  • Diabetiker auf Reisen, Vortrag Tropenklinik-Paul-Lechler-Krankenhaus