Diabetes mellitus begünstigt Infektionen

Bei Diabetikern ist das Immunsystem geschwächt. Infekte und Entzündungen finden sich bei Diabetespatienten daher häufiger als bei Gesunden.

Diabetes begünstigt nicht nur Schnupfen und grippale Infekte

Vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung erkranken Diabetiker leichter an Erkältungen. Sie können ihre Infektabwehr zum Beispiel durch reichlich vitaminreiches Obst und Gemüse, regelmäßige Saunabesuche und ausreichend Schlaf stärken. Aber nicht nur banale Infekte machen Diabetikern vermehrt zu schaffen, auch schwerwiegende Infekte sind bei Diabetes häufiger. Lassen Sie sich daher auch jedes Jahr gegen Grippe (Influenza) impfen, denn diese Viruserkrankung kann bei abwehrschwachen Patienten einen schweren Verlauf nehmen. Auch die Impfung gegen Pneumokokken – einen häufigen Erreger von Lungenentzündungen – wird vom Robert Koch-Institut bei Diabetes mellitus empfohlen.

Wunden heilen bei Diabetes schlechter

Auch die Wundheilung ist bei Diabetes gestört: Wunden heilen deutlich langsamer ab und es kommt leichter zu chronischen Wunden. Daher sollten Sie als Diabetiker besonders auf Wunden und Wundinfektionen achten und diese fachgerecht behandeln (lassen). Chronische Wunden – besonders an den Füßen – sollten von einem Diabetes-Spezialisten behandelt werden. Diese diabetischen Geschwüre (Ulcera) benötigen viel Wissen und Geduld für die Abheilung. Eventuell ist auch eine chirurgische Säuberung der Wunde notwendig.
Manchmal sind solche offenen Stellen auch mit Problemkeimen besiedelt, sodass ein Abstrich gemacht werden muss, um den Keim im Labor zu identifizieren. Auch, wenn der Gedanke zunächst gewöhnungsbedürftig ist: Sehr gute Erfolge bei nicht heilenden Wunden werden durch die biochirurgische Behandlung – das heißt, die Behandlung mit sterilen Fliegenmaden – erzielt. Diese entfernen alle abgestorbenen und infizierten Gewebereste und lassen eine saubere Wunde zurück, die dann vom Grund her heilen kann.

Zahnfleischentzündungen sind häufiger bei Menschen mit Diabetes

Diabetes mellitus ist, neben Rauchen, der Hauptrisikofaktor für Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) – vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung. Durch die diabetische Angiopathie, eine gestörte Funktion der Blutgefäße, wird das Zahnfleisch schlechter mit Sauerstoff versorgt und durch das geschwächte Immunsystem sind Infektionen und Entzündungen häufiger. Zusätzlich wirkt eine Zahnfleischentzündung auf den Blutzucker: Bei einer schweren Parodontitis nimmt die Insulinempfindlichkeit ab und es kommt zu erhöhten Zuckerwerten im Blut. Achten Sie aus diesem Grund auf eine gute Zahnpflege, besonders wenn Sie rauchen, und nehmen Sie auch die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt regelmäßig wahr. Ergänzend ist gegebenenfalls eine professionelle Zahnreinigung zu empfehlen.

Fußpilz ist beim diabetischen Fuß gefährlich

Für Diabetiker stellt Fußpilz eine besondere Gefahr dar: Wird er nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann er bakteriellen Infektionen den Weg bereiten. Beim sogenannten diabetischen Fuß ist die Empfindung und/oder die Durchblutung des Fußes gestört, so dass Bakterien, die durch die nicht intakte Haut beim Fußpilz in den Körper gelangen, leicht eine Infektion hervorrufen.
Da Diabetiker besonders anfällig für Pilzerkrankungen sind, sollten sie regelmäßig und gründlich ihre Füße und die Zehenzwischenräume untersuchen. Wenn sie einen Fußpilz bei sich bemerken, sollten sie direkt die Behandlung mit sogenannten Antimykotika (Mittel zur Bekämpfung von Pilzen) aus der Apotheke beginnen. Bereits bei ersten Anzeichen einer Infektion sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen.

Infekte der Harnwege sind bei Frauen mit Diabetes häufiger

Diabetikerinnen sind etwa 1,8-mal öfter von Harnwegsinfekten betroffen als Nicht-Diabetikerinnen. Die Häufigkeit von Infekten der Harnwege scheint bei Diabetes mit der Dauer der Erkrankung zuzunehmen. Bei hohen Blutzuckerwerten geht auch Zucker in den Urin über, der das Wachstum von Bakterien begünstigt.

Diabetespatientinnen können einer Harnwegsinfektion vorbeugen, indem sie hohe Blutzuckerspiegel senken, ausreichend trinken (mindestens zwei Liter pro Tag), regelmäßig die Blase entleeren (vor allem nach dem Geschlechtsverkehr oder einem Schwimmbadbesuch) und eine regelmäßige Intimhygiene betreiben, wobei sie auf parfümierte oder mit Alkohol versetzte Produkte verzichten und ein pH-neutrales oder leicht saures Waschgel verwenden sollten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Kurzfassung (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gk_S3_Typ-2-Diabetes_Therapie_2014-11.pdf)
  • Bundesärztekammer / Kassenärztliche Bundesvereinigung / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2014): Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, Leitlinien-Report (http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-vers3-llr.pdf)
  • Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (https://www.dzd-ev.de)
  • Diabetes Deutschland (http://www.diabetes-deutschland.de)
  • Diabetes heute – ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (http://www.diabetes-heute.de)
  • Prof. Dr. Schwerbaum, Werner A. (2012): Therapie des Typ 1 Diabetes (http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/klinik_fuer_endokrinologie_diabetologie_und_rheumatologie_id5/dateien/Vorlesung_Diabetes_1_22.5.2012.pdf)