Symptome und Komplikationen bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus

Erste Symptome von Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen sind typischerweise eine enorme Gewichtsabnahme, starker Durst und verstärktes Wasserlassen. Dabei werden große Mengen klaren Urins ausgeschieden, was manchmal zu Komplikationen wie nächtlichem Einnässen führt. In nicht wenigen Fällen kann auch eine Ketoazidose erstes Anzeichen für Diabetes sein.

Die Diagnose wird wie bei Erwachsenen gestellt, das heißt durch die Messung des Blutzuckers. Sprechen die Werte für die Erkrankung, erfolgt in der Regel die sofortige Einweisung in eine Kinderklinik zur weiteren Diagnostik und Therapie. Im Gegensatz zu Diabetes mellitus Typ 1 verläuft Typ 2 zu Beginn häufig ohne besondere Symptome. Die Diagnose wird meist bei zunehmender Symptomatik (beispielsweise starker Durst, verstärktes Wasserlassen, Müdigkeit, Hautinfektionen) gestellt, das Vorliegen bestimmter Risikofaktoren kann Anlass zu einer gezielten Untersuchung geben.

Der Verlauf von Diabetes bei Kindern

Da bei Diabetes mellitus Typ 1 ein absoluter Mangel an Insulin vorliegt, muss lebenslang Insulin ersetzt werden. Dies erfolgt in der Regel durch eine intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) nach dem Basis-Bolus-Konzept mit drei oder vier Injektionen pro Tag. Immer häufiger kommen aber auch Insulinpumpen zum Einsatz, die dem Körper automatisch die benötigte Basisversorgung an Insulin zuführen; der Patient muss dann nur noch zu den Mahlzeiten eine Extramenge Insulin über die Pumpe abrufen. Häufig beobachtet man nach Beginn einer Insulintherapie aufgrund verschiedener Symptome eine Remissionsphase, in der deutlich weniger oder auch gar kein Insulin mehr benötigt wird. Diese Phase, die mehrere Monate andauern kann, wird auch als Honeymoon (engl. Flitterwochen) bezeichnet. Nach dieser Zeit kommt der Insulinmangel dann allerdings wieder zum Vorschein und das Hormon muss wieder zugeführt werden, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Instabiler Stoffwechsel bei Diabetes in der Jugend

Bei Kindern mit Diabetes mellitus können immer wieder starke Stoffwechselschwankungen auftreten. Dies wird besonders häufig bei Kindern beobachtet, denen die Anpassung an die neue Lebenssituation nicht gelingt. Meist wird diese Anpassungsstörung jedoch innerhalb des ersten Jahres überwunden. Häufig sind hier psychologische oder pädagogische Begleitmaßnahmen hilfreich.

Akute Komplikationen bei Diabetes von Kindern und Jugendlichen

Als akute Komplikationen von Diabetes bei Kindern gelten wie bei Erwachsenen Symptome mit Stoffwechselentgleisungen in Form von Unterzuckerungen (Hypoglykämien) und diabetischem Koma.

Folge- und Begleiterkrankungen des Diabetes in der Jugend

Häufiger als bei Stoffwechselgesunden finden sich bei Jugendlichen mit Diabetes mellitus depressive Störungen. Auch Essstörungen, insbesondere bei Mädchen, gibt es offensichtlich bei Jugendlichen mit Diabetes mellitus etwas häufiger. Daneben finden sich bei jungen Menschen mit Typ-1-Diabetes häufiger Schilddrüsenerkrankungen sowie Zöliakie. Diabetische Folgeerkrankungen können sich an der Netzhaut (Retinopathie), an der Niere (Nephropathie) und als Bluthochdruck manifestieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: awmf-online.de: Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter, Stand Mai 2004
  • Ärztliche Praxis Pädiatrie: Diabetes-Patienten werden immer jünger, Ausgabe 2/2005