Augenlaser hilft dauerhaft Sehfehler auszugleichen

Mit einem Augenlaser, genauer gesagt, dem Excimer-Laser, lassen sich verschiedene Fehlsichtigkeiten ausgleichen. Es handelt sich dabei um ein Präzisionsgerät von höchster Feinheit. Mit seiner Hilfe können Fachärzte die Brechungsverhältnisse einer durchschnittlich zirka halben Millimeter dicken Hornhautschicht verändern und dadurch Sehfehler ausgleichen.

Augenerkrankungen Brille Augenarzt © Thinkstock
Viele Menschen mit starken Fehlsichtigkeiten leiden unter ihrer oft dicken und schweren Brille. Nicht für jeden eignen sich Kontaktlinsen. Außerdem will auch der Umgang mit den harten Linsen gelernt sein. Mancher verträgt auch Kontaktlinsen nicht so gut. Vor der eigentlichen Laserbehandlung erfolgt eine ausführliche Beratung und Aufklärung. Unter anderem wird auch besprochen, welche Methode sich für das jeweilige Krankheitsbild eignet und ob überhaupt eine Laserbehandlung möglich ist.

Wann wird eine Laserbehandlung durchgeführt?

Der Laser eignet sich für Personen über 18 Jahre. Als Indikation für Laserbehandlungen kommen Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, aber auch bedingt Alterssichtigkeit und Hornhautverkrümmung infrage. Allerdings können Kurzsichtigkeiten mit dem heutigen Stand der Technik maximal bis -8 Dioptrien behandelt werden. Eine Stabsichtigkeit ist bis -4 Dioptrien behandelbar. Weitsichtigkeit kann bei + +3 bis + +4 Dioptrien, je nach Voraussetzungen mit dem Excimer Laser behandelt werden.

Patienten mit größeren Sehfehlern können derzeit leider noch nicht von Laserbehandlungen profitieren. Die Entwicklung schreitet aber immer weiter fort, so dass in Zukunft auch mit einer Behandlung schwerwiegender Sehfehler zu rechnen ist.

Vor der Behandlung erfolgt eine Untersuchung beim Spezialisten, welcher genau die Voraussetzungen am Auge individuell untersucht. Es spielt unter anderem eine Rolle, ob mehrere Sehfehler vorliegen. So kann eine Kurzsichtigkeit zum Beispiel in Verbindung mit einer Hornhautverkrümmung auftreten.

Es wird genau berechnet, ob der Sehfehler zu einhundert Prozent korrigiert werden kann oder ob vielleicht nur eine teilweise Verbesserung möglich ist. Ist die Hornhaut sehr dünn, raten die Experten auch von einer Laserbehandlung ab. Beim Lasern werden hauchdünne Schichten abgetragen, deshalb eignet sich hier eine dickere Hornhaut perfekt für die Behandlung.

Ziel ist letzten Endes immer der mögliche Verzicht auf andere Sehhilfen, wie Brillen oder Kontaktlinsen. In den meisten Fällen kann dies auch vollständig erreicht werden. Häufig bieten Experten Kurzchecks an, damit im Vorfeld die Eignung für eine Behandlung mit dem Laser grundlegend geprüft wird. Eignet sich der Proband für eine Laseroperation, wird ein Besprechungstermin mit dem Facharzt vereinbart. Hier erfolgt dann die individuelle Untersuchung und Beratung.

In den meisten Fällen verläuft das Prozedere unkompliziert. In der Regel werden beide Augen zeitlich getrennt behandelt. Das heißt, das zweite Auge wird erst nach Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des ersten Auges operiert. Dennoch bergen Laserbehandlungen wie jede Operation Risiken. Obwohl die Behandlung ambulant durchgeführt wird und nur etwa eine Viertelstunde dauert, kann es zu Kreislaufproblemen oder Übelkeit durch die Narkose kommen.

Auch die Risiken der Laserbehandlung selbst können nicht vollständig ausgeschlossen werden, beispielsweise Infektionen und Verletzungen,der Hornhaut mit Narbenbildung, obwohl diese äußerst selten auftreten. Auch eine Rückbildung des Operationserfolges ist möglich. Dann kann eine Nachbehandlung durchgeführt werden. Selbst bei gutem Erfolg sollte sich der Patient auf eine mögliche Notwendigkeit einer Lesebrille im Alter einstellen.

Welche Methoden kommen zum Einsatz?

Heutzutage stehen mehrere Methoden für die Laserbehandlung zur Auswahl.

Am häufigsten wird die LASIK (Laser-assistierte in situ Keratomileusis) durchgeführt. Sie ist schnell, sicher und fast schmerzfrei. Die Behandlung erfolgt nicht auf der Hornhautoberfläche, sondern im Innenteil der Hornhaut, welches schmerzunempfindlich ist. Die behandelte Region heilt rasch und ohne Schmerzen ab. Bereits am nächsten Tag „sieht“ der Patient den Behandlungserfolg, der sich innerhalb der nächsten Tage weiter verbessert. Zunächst besteht noch eine erhöhte Licht- und Blendempfindlichkeit des Auges, die sich aber nach und nach zurückbildet. In den ersten Tagen nach der Korrektur sollten die Augen nicht gerieben werden.

Bei der LASIK Methode wird die oberste Hornhautschicht mit einer winzigen Klinge, dem Mikrokeratom, dünn eingeschnitten und die entstandene Lamelle zur Seite geklappt. Anschließend erfolgt die Abtragung des berechneten Gewebes durch den Excimer-Laser. Nun muss die Lamelle nur noch wieder zurück geklappt werden. Mit Kosten von knapp 800 - 1000 Euro pro Auge ist die LASIK Behandlung zugleich die kostengünstigste Methode.

Je nach Voraussetzungen kann auch die LASEK (Laser-assistierte subephiteliale Kerotomileusis) eine Behandlungsoption sein. Auch sie erfolgt ambulant, relativ schmerzfrei und innerhalb kurzer Zeit. Die LASEK ist die Nachfolgemethode der PRK (Photorefraktive Keratoektomie).

Bei der LASEK wird das Gewebe an der Hornhaut-Oberfläche verdampft. Dazu muss das Deckhäutchen mittels einer alkoholischen Lösung nach lokaler Anästhesie abgelöst und abgeschoben werden. Anschließend trägt der Excimer-Laser das berechnete Gewebe innerhalb weniger Minuten von der Hornhaut ab. Danach wird das Häutchen zurück geschoben und zum Schutz des behandelten Auges wird für die Dauer von drei bis vier Tagen eine Kontaktlinse eingelegt. Man muss mit Kosten zwischen 1.500 und 2.000 Euro je Auge rechnen, wenn die Behandlung in Deutschland erfolgt.

Die modernste Augenlaserbehandlung erfolgt mittels Intralasik oder Femto LASIK. Das Schneiden erfolgt nur noch mit computergesteuerten Lasern, die auch das Mikrokeratom ersetzen. Dadurch kann sehr schnell, genau, flexibel und sicher gearbeitet werden. Diese Methode eignet sich auch für Menschen mit dünner Hornhaut. Neben dem Excimer- wird ein Femtosekundenlaser eingesetzt, der das Deckhäutchen von der Hornhaut trennt. Anschließend erfolgt die Korrektur mittels Excimer-Laser. Die Kosten liegen zwischen 2.300 und 3.000 Euro je Auge.

Ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich?

Selbst wenn die Fehlsichtigkeit den Patienten sehr stark einschränkt, müssen die Behandlungskosten vom Patienten selbst getragen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen jedenfalls die Behandlung nicht. Die Laserbehandlungen, so heißt es, seien zu kostspielig. Das ist ein Grund für viele Patienten, ins Ausland zu reisen und das Verfahren dort durchführen zu lassen.

Es gibt im süd- und osteuropäischen Raum viele Fachkliniken, welche sich auf die LASIK spezialisiert haben. Medizinische und technische Kompetenz sollten aber vorher geprüft werden. Berät der Experte ausführlich? Geht er auf Risiken ein? Werden individuelle Möglichkeiten aufgezeigt? Welche Referenzen kann der Spezialist vorweisen? Sollten Nachbehandlungen nötig werden, muss man wieder ins Ausland reisen.

Privatversicherte Patienten haben hier häufig die besseren Karten. So wurde in Dortmund entschieden, dass die private Krankenversicherung die Behandlungskosten für eine Laser-OP tragen müssen. Es empfiehlt sich jedoch, das Kleingedruckte genau zu prüfen. Noch nicht geklärt ist, ob gesetzlich versicherte Patienten eine private Zusatzversicherung abschließen können. Eine genaue Information im Vorfeld hilft hier, späteren Ärger und Diskussionen zu vermeiden.

Hilfreiche Adressen und Links

Weitere Informationen zu Laserbehandlungen der Augen erhalten Sie auch unter www.augenlaser-ratgeber.net.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.01.2013
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
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