Pflege bei Atemwegserkrankungen

Körperliche Anstrengung im Alter? Sind Senioren nicht ausreichend trainiert, geht ihnen schnell die Puste aus. Der Grund: Die Atemorgane reagieren nicht mehr so gut auf einen veränderten Sauerstoffbedarf wie in jungen Jahren. Dazu kommt: Die Fähigkeit Sekret abzuhusten nimmt ab, ältere Menschen sind anfälliger für Infekte und bewegen sich in der Regel weniger. All diese Faktoren begünstigen Atemwegserkrankungen. Was bei der Pflege von Betroffenen wichtig ist.

Chronische Bronchitis und COPD – die Krankheit der Raucher

Die chronische Bronchitis ist die Krankheit der Raucher. Das Risiko, an der Bronchitis zu erkranken, steigt mit dem Zigarettenkonsum und zunehmendem Alter. Die häufig als Raucherhusten abgetane Krankheit ist keinesfalls harmlos. Unbehandelt kann sie zur sogenannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) führen. Bei der COPD kommt zur chronischen Entzündung der Bronchienschleimhaut die Zerstörung der kleinen Bronchien hinzu. Das kann zu einer krankhaften Überblähung der Lunge führen – dem Lungenemphysem.

Beide Erkrankungen gehen mit Husten, Atemnot und einer starken Schleimproduktion einher. Die COPD ist nicht heilbar. Lediglich die Symptome der Erkrankung können gelindert werden. Im fortgeschrittenen Stadium müssen die Betroffenen oft Sauerstoff erhalten.

Leidet ein pflegebedürftiger Mensch unter einem Lungenemphysem oder der COPD, sollte die Pflegeperson genau über die Erkrankung informiert sein. Muss Sauerstoff gegeben werden, ist es wichtig zu wissen, wie das Sauerstoffgerät richtig angewendet wird. Außerdem kommt es bei diesen Erkrankungen bisweilen zu Atemnot. Die Betroffenen haben dann das Gefühl zu ersticken und geraten schnell in Panik. Pflegende sollten in solchen Situationen versuchen, ruhig zu bleiben und den Pflegebedürftigen zu unterstützen. Sie können ihn beispielsweise in eine Position bringen, die das Atmen erleichtert, enge Kleidung lockern oder bei Bedarf Sauerstoff geben.

Lungenentzündung – häufigste Todesursache im Alter

Schwere Lungenentzündungen, medizinisch Pneumonien, sind eine sehr häufige Todesursache bei älteren Menschen. Das hat vor allem zwei Gründe:
  • Zum einen sind ältere und pflegebedürftige Menschen anfälliger für Lungenentzündungen. Denn sie sind allgemein infektanfälliger. Außerdem atmen sie meist oberflächlich, wodurch Lungenareale nicht mehr so gut belüftet werden und Keime sich leichter einnisten können. Bei bettlägerigen Pflegebedürftigen kommt es zudem oft zu einer Sonderform der Lungenentzündung, der Aspirationspneumonie, bei der die Entzündung durch das Einatmen von Nahrung oder Erbrochenem entsteht.
  • Zum anderen verlaufen Lungenentzündungen bei älteren und abwehrgeschwächten Menschen häufig untypisch. Klassische Symptome können fehlen. Deshalb wird die Entzündung häufig zu spät oder gar nicht erkannt. Umso notwendiger ist bei Pflegebedürftigen die Pneumonieprophylaxe.
Besonders wichtig ist es, Störungen bei der Nahrungsaufnahme, bei denen Lebensmittel in die Luftröhre gelangen könnten, zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Außerdem sollte bei bettlägerigen, geschwächten Menschen die Atmung durch eine geeignete Lagerung unterstützt werden – beispielsweise durch die Oberkörperhochlagerung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.03.2017
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de; inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. Markus Dietl, Pflegewissenschaftler; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage
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