Medikamente in der Schwangerschaft

Während der gesamten Schwangerschaft ist Vorsicht geboten, wenn es um die Einnahme von Medikamenten geht. Viele der angebotenen Medikamente sind noch nicht ausreichend darauf geprüft, ob sie eine schädliche Wirkung auf den Embryo ausüben.

Schwangere mit Tabletten in der Hand © Thinkstock
Besonders Medikamente, bei denen eine Schwangerschaft unter Gegenanzeigen aufgeführt wird, dürfen nicht eingenommen oder müssen sofort abgesetzt werden. Denn im Extremfall kann es – wie im Fall des Schlafmittels Contergan – zu Missbildungen des Kindes kommen. Auch bei harmlosen Medikamenten kann es in bestimmten Abschnitten der Schwangerschaft zu Problemen kommen. Fragen Sie daher vor jeder Einnahme eines Medikaments Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Und vermeiden Sie während der Schwangerschaft generell die Einnahme von Medikamenten, die nicht unbedingt nötig sind.

Fragen Sie bei Befürchtungen um Rat

Falls Sie schwanger sind und ein bedenkliches Medikament eingenommen haben (eventuell auch in den ersten Wochen, als die Schwangerschaft noch gar nicht bekannt war), wenden Sie sich an Ihren Frauenarzt, um mögliche Risiken zu besprechen und zu überlegen, ob und wenn ja welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. Auch nach einer riskanten Therapie werden die allermeisten Kinder gesund geboren. Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren und keine überstürzten Schritte zu unternehmen.

Schwangere können eine genetische Beratung bei speziell dafür ausgebildeten Ärzten in Anspruch nehmen. Diese beinhaltet auch Informationen über das Schädigungsrisiko nach Medikamenteneinnahme oder Einwirkung von chemischen Substanzen. Im Rahmen der pränatalen Diagnostik helfen eine Ultraschall-Feindiagnostik (auch Organscreening genannt) und andere gezielte Untersuchungen, um mögliche Schädigungen des ungeborenen Kindes aufzudecken.

Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité – Universitätsmedizin in Berlin bietet bundesweit Informationen zur Verträglichkeit gängiger Medikamente in der Schwangerschaft. Auch Schwangere und Mütter können sich unter der Telefonnummer 030 / 450-525700 zur Sicherheit von Medikamenten beraten lassen. Eine Beratung ist auch möglich, wenn Frauen während oder nach einer Schwangerschaft Auffälligkeiten bemerken, die in Zusammenhang mit einer Medikamenteneinnahme stehen könnten.

Beipackzettel gut lesen

Besonders Schwangere sollten den Beipackzettel aufmerksam studieren, bevor sie zu einem Medikament greifen. Falls das Medikament, das Sie bisher eingenommen haben, in der Schwangerschaft nicht genommen werden darf: Lassen Sie sich beraten. Sie werden feststellen, dass es für fast alle Krankheiten Medikamente gibt, die während Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden dürfen.

Hausmittel in der Schwangerschaft

Häufig helfen auch einfache Hausmittel bei Beschwerden in der Schwangerschaft. Bei Kopfschmerzen können Entspannungsübungen und eine kühlende Kompresse Wunder bewirken. Verdauungsbeschwerden lassen sich durch die Umstellung der Ernährung auf mehr Ballaststoffe verbessern. Achten Sie auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Häufig leiden Schwangere unter einer verstopften Nase. Hier kann ein salzhaltiges Nasenspray Abhilfe schaffen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.05.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Friese/Mörike/Neumann/Windorfer/Kleinebrecht: Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • http://www.pdmg.de/gen_beratung.html (Abrufdatum: 28.06.2012)
  • http://www.charite.de/charite/presse/pressemitteilungen/artikel/detail/giftnotruf_institut_fuer_tropenmedizin_und_embryonaltoxikologie_an_der_charite/ (Abrufdatum: 28.06.2012)
  • http://www.pdmg.de/ultraschall.html (Abrufdatum: 28.06.2012)