Medikamente und Kinder: Hier ist Vorsicht geboten

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Das gilt auch für den Umgang mit Medikamenten. Hier müssen Eltern besondere Sorgfalt walten lassen, denn es gelten ganz andere Regeln.

Medikamente © Thinkstock

Babys nicht eigenmächtig Medikamente geben

Säuglingen und Kleinkindern sollte man niemals eigenmächtig Medikamente verabreichen oder die Dosierung verschriebener Medikamente ändern – schon eine einfache Kopfschmerztablette kann ernste Nebenwirkungen hervorrufen. Auch harmlose Medikamente können ein schwerwiegendes Krankheitsbild überdecken, sodass die richtige Behandlung verzögert wird. Sprechen Sie deshalb immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie zu einem Medikament für Ihre Kinder greifen.

Medikamente gehören nicht in die Reichweite von Kindern

Was jeder weiß: Medikamente dürfen niemals in der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Manche Säfte schmecken süß und Kinder trinken heimlich davon, wenn sie in Griffhöhe stehen. Und sollten Kleinkinder sehen, wie ihr Opa Tabletten nimmt, so kann der Nachahmungstrieb schlimme Folgen haben.

Sollte Ihr Kind eigenmächtig ein Medikament eingenommen haben, holen Sie sofort ärztlichen Rat ein. Zeigt das Kind bereits Anzeichen einer Vergiftung, fahren Sie sofort zum nächsten Krankenhaus oder wählen Sie den Notruf 112. Nehmen Sie möglichst die Medikamentenpackung mit, damit die Ärzte wissen, um welchen Stoff es sich handelt.

Anruf beim Giftnotruf: Wenn das Kind noch keine Anzeichen einer Vergiftung zeigt, rufen Sie den Giftnotruf an und berichten Sie, was das Kind geschluckt hat oder haben könnte. Tag und Nacht sind dort Fachleute vor Ort, die Ihnen sagen können, was Sie tun sollen. In vielen Städten (Berlin, Bonn, Freiburg, Göttingen, Homburg/Saar, Mainz, München) sind Vergiftungszentralen eingerichtet, die rund um die Uhr bei Notfällen beraten. Sie sind unter der Telefonnummer 19240 und der jeweiligen Vorwahl zu erreichen.

Am besten ist es, Sie notieren sich gleich das für Ihren Wohnort zuständige Vergiftungszentrum und die Notruf-Nummer an gut sichtbarer Stelle in Ihrer Hausapotheke.

Tipps für die Einnahme von Medikamenten bei Kindern

Das kennen alle Eltern: Kinder machen den Mund nicht auf oder spucken das Medikament wieder aus. Bei Kleinkindern ist es meistens problematisch, ihnen die verschriebenen Medikamente zu geben. Um Kindern Medikamente gut verabreichen zu können, gibt es denselben Wirkstoff meist in verschieden Formen – am besten bewährt haben sich Saft, Tropfen oder Zäpfchen. Wird das Arzneimittel geschluckt, enthält es oft auch einen für Kinder angenehmen Geschmacksstoff.

Hat der Arzt ein Medikament mit ungewohntem Geschmack verschrieben, so kann man es für die Kinder mit Fruchtsaft, Tee oder Muttermilch mischen – nur muss man hier darauf achten, dass das Fläschchen mit Frucht- und Hustensaft wirklich leer getrunken wird. Leider dürfen nicht alle Tropfen so verdünnt werden – dann kann man sie mit einer Spritze (natürlich ohne Nadel) verabreichen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.05.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Engels, Elke: Kinder in der Apotheke, 2003
  • http://www.kindersicherheit.de/html/vergiftungen_anruf.html
  • http://www.charite.de/charite/presse/pressemitteilungen/artikel/detail/giftnotruf_institut_fuer_tropenmedizin_und_embryonaltoxikologie_an_der_charite/