Wann und wie lange ist ein Rezept gültig?

Wer vom Arzt ein Rezept bekommt, sollte darauf achten, dass es bestimmte Kriterien erfüllt, um tatsächlich auch gültig zu sein. Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigen Punkte aufgeführt:

Das rote Rezept: Für gesetzlich versicherte Patienten

Medikamente Kassenrezept © vitapublic GmbHZahlen entsprechen Textnummern

Auf folgende fünf Punkte sollten Sie besonders achten:
1 Der Arzt gibt seinen Namen, seine Berufsbezeichnung sowie seine korrekte Anschrift an. Dies geschieht meist mit einem Stempel.
2 Es muss das Datum der Ausfertigung des Rezeptes eingetragen sein.
3 Hier müssen der Name sowie das Geburtsdatum des Empfängers der Verschreibung stehen.
4 Hier steht die Art des Arzneimittels (Fertigarzneimittel oder in der Apotheke angefertigte Arzneimittel – sogenannte Rezepturen), die Darreichungsform und die Menge. Gesetzlich Versicherte haben längstens einen Monat nach Ausstellungsdatum Anspruch auf eine Kostenerstattung. Bei einigen Krankenkassen kann die Gültigkeit von dieser Regel abweichen. Versicherte können sich darüber bei ihrer Krankenkasse informieren.
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Das Rezept muss vom ausstellenden Arzt eigenhändig unterschrieben sein.
Zusätzlich muss der Name der betreffenden Krankenkasse, deren Nummer sowie die Nummer des Versicherten und des Vertragsarztes auf dem Rezept stehen. Dies gilt auch für die sogenannte Kennzahl des Versicherten. Diese gibt den jeweiligen Status an – also zum Beispiel, ob der Betreffende Angestellter ist.
Info
Die Apotheken dürfen bei einem fehlerhaften Rezept kein entsprechendes Arzneimittel abgeben.

Das blaue Rezept: Für privat versicherte Patienten

Auf einem blauen Rezept verschriebene Medikamente müssen vom Patienten privat bezahlt werden. Falls der Patient privat krankenversichert ist, kann er sein Rezept bei der Krankenkasse einreichen. Die Gültigkeit des Rezepts beträgt drei Monate.

Das gelbe Rezept: Für sehr stark wirksame Medikamente (Betäubungsmittel)

Ein solches Rezept wird bei der Verordnung von Betäubungsmitteln (BTM) verwendet und ist dreiteilig. Der ausstellende Arzt behält eine Durchschrift für seine Unterlagen, das Original und die andere Durchschrift werden dem Patienten ausgehändigt, der beides in der Apotheke vorlegt. Die Gültigkeit eines gelben Rezeptes beträgt nur sieben Tage. Für alle Patienten muss bei der Verordnung von BTMs das gelbe Rezeptformular eingesetzt werden – egal, bei welcher Kasse sie versichert sind.

Das grüne Rezept: Für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente

Die Gültigkeit eines grünen Rezeptes ist nicht begrenzt. Der Kauf des entsprechenden Medikaments wird von der Apotheke quittiert, der Betrag kann bei der Steuererklärung unter „Außergewöhnliche Belastungen“ geltend gemacht werden.

Das weiße Rezept: Ein nicht näher bestimmtes Privatrezept

Ein weißes Rezept kann verschreibungspflichtige oder nicht-verschreibungspflichtige Medikamente aufgeführt haben und von Ärzten oder auch Heilpraktikern ausgestellt sein. Die Medikamente müssen immer vom Patienten bezahlt werden. Der Apotheker muss sich aufgrund der Angaben zum Verordner vergewissern, dass das verordnete Medikament abgegeben werden darf. Die Gültigkeit bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ist wie bei einem blauen Rezept geregelt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.05.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Arzneimittelverschreibungsverordnung, Stand 01.01.2006