Lexikon der Apotheken-Fachbegriffe

Sie wollen wissen, was der Begriff „Homöopathie“ bedeutet oder was eine Wechselwirkung ist? Hier erhalten Sie Antwort. Die wichtigsten Begriffe aus den Bereichen Medikamente und Apotheke finden Sie hier wie in einem Lexikon alphabetisch geordnet: von A wie Antibiotika bis Z wie Zuzahlung.

  • Gegenmittel bei Vergiftungen
  • Keimhemmende oder -abtötende Mittel zur Anwendung auf Haut oder Schleimhaut oder lokal auf Wunden
  • Nichteinnahme oder nicht bestimmungsgemäße Anwendung von Medikamenten: Die Folge können ernste gesundheitliche Probleme sein.
  • Versorgt die Bevölkerung aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ordnungsgemäß mit Medikamenten – inklusive kompetenter Beratung. In Deutschland gibt es über 21.000 öffentliche Apotheken, sodass auf 3.800 Einwohner durchschnittlich eine Apotheke kommt.
  • Medikamente, die der Beratung bedürfen und deshalb per Gesetz nur über Apotheken erhältlich sind
  • Verabreichung von Medikamenten
  • Vom Bundesministerium herausgegebene Sammlung pharmazeutischer Vorschriften, die Qualität, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Bezeichnung von Arzneimitteln sowie deren Verpackungsmaterialien betreffen
  • Das Wort Arzneimittel umfasst Tabletten, Tropfen, Dragees und so weiter und wird oft gleichbedeutend mit den Begriffen Medikament oder Präparat benutzt. In Deutschland müssen Arzneimittel vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen werden.
  • Gefahren, die durch die Einnahme von Arzneimitteln auftreten wie Nebenwirkungen, Gegenanzeigen oder Abhängigkeit. Im Normalfall und bei korrekter Verordnung überwiegen Krankheitsrisiken die Arzneimittelrisiken um ein Vielfaches.
  • Alle Maßnahmen, mit denen die Gefahren im Umgang mit Arzneimitteln gemindert werden
  • Apotheker können das vom Arzt verordnete Medikament durch ein günstigeres mit gleichem Wirkstoff, gleicher Darreichungsform, Dosierung und Packungsgröße ersetzen. Hat der Arzt auf dem Rezept vor dem aufgeführten Medikament ein Kreuz bei „Aut idem“ gemacht, dann darf der Apotheker das Medikament nicht ersetzen.
  • Im Beipackzettel stehen die Pflichtinformationen des Herstellers über das Medikament
  • Chemische Substanzen oder spezielle Tests zur Erkennung von Krankheiten oder Merkmalen
  • Einnahmemenge eines Medikaments: Wie viel, wann, wie häufig, wie lang?
  • Einzunehmende Menge eines Medikaments, die nach Einzel- und Tagesdosis (Menge in 24 Stunden) unterschieden wird
  • Speziell ausgebildeter Apotheker
  • Höchstbetrag, den die gesetzlichen Krankenkassen für bestimmte Medikamente erstatten, die auf Rezept verordnet werden. Verschreibt der Arzt ein über dem Festbetrag liegendes Medikament, so muss der Patient die Differenz zwischen Festbetrag und Medikamentenpreis selbst bezahlen.
  • Medikamente sind freiverkäuflich, wenn sie auch außerhalb von Apotheken in Lebensmittelgeschäften oder Drogerien verkauft werden dürfen.
  • (Kontraindikation) Beschwerden, Erkrankungen oder Umstände, zum Beispiel Schwangerschaft, bei denen das Medikament nicht oder nur mit Einschränkungen nach Rücksprache mit dem Arzt angewandt werden darf.
  • Medikament mit einem Wirkstoff, dessen Patentschutz abgelaufen ist. Diese Medikamente sind oft als preiswerte sogenannte „Nachahmerpräparate“ auf dem Markt. Der gegenüber dem Originalpräparat geringere Preis hat nichts mit einer schlechteren pharmazeutischen Qualität zu tun.
  • Das vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann entwickelte Therapieverfahren beruht auf dem Prinzip, dass Ähnliches mit Ähnlichem behandelt wird (Similia similibus curentur). Durch homöopathische Medikamente soll der Körper zur Selbstheilung angeregt werden. Zum Beispiel sollen Substanzen, die Brechreiz verursachen, in niedrigster Dosierung Übelkeit vorbeugen oder behandeln.
  • Heilanzeige oder Grund für die Anwendung eines bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens bei einem Erkrankungsfall
  • Wechselwirkung mit anderen Medikamenten
  • Medikament, das mehrere Wirkstoffe enthält
  • Gegenanzeige
  • Differenz zwischen dem Preis eines Medikaments und dem Festbetrag
  • Präparate, die die Gesundheit stärken und erhalten sollen. Sie beugen Nährstoffmangel vor oder gleichen eine bereits bestehende Unterversorgung mit essenziellen Nährstoffen aus. Hierzu zählen unter anderem Vitamin- und Mineralstoffpräparate.
  • Medikamente, die einer besonderen Therapierichtung dienen. Hierzu zählen beispielsweise Phytopharmaka (pflanzliche Arzneimittel) und andere natürliche Heilmittel – beispielsweise physikalische Phänomene wie Wasser, Licht und Luft.
  • Unerwünschte Begleiterscheinungen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch eines Medikaments. In der Packungsbeilage aufgelistete Nebenwirkungen treten nur mit einer dort beschriebenen Wahrscheinlichkeit auf, keinesfalls regelmäßig.
  • Falsch- und Nichtanwendung von Medikamenten. Bei Falschanwendung von stark wirksamen oder kontraindizierten Medikamenten kann es zu Gesundheitsschäden oder ernsthaften Folgen kommen, die zum Teil mit Krankenhausaufenthalten enden. Auch eine unterlassene Einnahme wichtiger Medikamente (zum Beispiel Antibiotika, Antiepileptika) kann gefährlich werden.
  • Genormte Packungsgrößen für Medikamente. N1 steht für kleinste Packungen zum Testen der Verträglichkeit oder für die Akuttherapie. N2 ist die mittlere Packungsgröße bei nicht dauerhafter Erkrankung. N3 als größte Packung dient zur Langzeittherapie.
  • Abwägung von Wirkung und Nebenwirkungen. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch dürfen keine schädlichen Wirkungen auftreten, die medizinisch vertretbare Maßstäbe übersteigen.
  • Kundenraum der Apotheke
  • Medikament, das nach seiner Zulassung aufgrund des Patentschutzes zuerst allein auf dem Markt ist. Ein Nachahmerpräparat (Generikum) darf erst nach Ablauf des Patentschutzes auf den Markt gebracht werden.
  • Import von Medikamenten aus dem Ausland, die den gleichen oder sehr ähnlichen Namen sowie die gleiche Zusammensetzung wie entsprechende deutsche Medikamente haben, aber kostengünstiger sind.
  • Pflanzliche Medikamente
  • Ein Scheinarzneimittel, das keinen Wirkstoff enthält. Es kann durchaus eine Wirkung haben, allerdings ist diese dann durch andere Mechanismen als durch einen Stoff mit pharmakologischer Wirkung zustande gekommen.
  • Medikament, das auf die Psyche wirkt
  • Als  Reimport bezeichnet werden Medikamente, die in Deutschland hergestellt, ins Ausland exportiert, und dann aufgrund der dortigen niedrigeren Preise nach Deutschland zurück importiert werden.
  • Enthält Medikamente, die dazu bestimmt sind, sich im Urlaub gegen gesundheitliche Beschwerden zu wappnen, und die Medikamente, die regelmäßig auch zu Hause eingenommen werden.
  • Krankheitserreger können gegenüber bestimmten Medikamenten (Antibiotika) resistent (unempfindlich) werden oder es bereits sein, sodass diese nicht mehr wirken.
  • Medikamenten-Form, die den Wirkstoff verzögert freigibt. Dadurch wird die Wirkdauer verlängert und die Medikamente müssen seltener eingenommen werden.
  • Verordnung eines Arztes, welches Medikament in welcher Menge abzugeben ist
  • Individuelle Herstellung von Medikamenten in der Apotheke auf Kundenwunsch oder Verschreibung durch einen Arzt
  • Auflistung von Medikamenten, herausgegeben vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie. Viele, aber nicht alle Medikamente sind hier aufgeführt.
  • Behandlung mit Medikamenten ohne ärztliche Abklärung und ohne Rezept. In Ihrer Apotheke finden Sie hierzu kompetente Beratung.
  • Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nur mit ärztlicher Verordnung abgegeben werden, da die Therapie eine ärztliche Kontrolle erfordert.
  • (Interaktion:) Gegenseitige Beeinflussung zweier oder mehrerer Medikamente sowie von Medikamenten mit Lebensmitteln – zum Beispiel Käse, Milch oder Alkohol. Durch eine Interaktion kann die Wirkung verringert, verstärkt oder verlängert werden. Falls Sie mehrere Medikamente nehmen, klären Sie eventuelle Wechselwirkungen mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab.
  • Der pharmazeutische Unternehmer muss bei der gesetzlich vorgeschriebenen Zulassung die Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit seines Medikaments nachweisen.
  • Beteiligung der Patienten an den Ausgaben der Krankenkassen, im allgemeinen Sprachgebrauch auch Selbstbeteiligung (früher: Rezeptgebühr) genannt. Voraussetzungen für eine Befreiung oder teilweise Befreiung von der Zuzahlung – zum Beispiel bei Medikamenten in der Apotheke – sind gesetzlich geregelt und einkommensabhängig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.08.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.