Sind Antibiotika in der Schwangerschaft und Stillzeit unbedenklich?

Nicht in allen Lebenssituationen können alle Antibiotika uneingeschränkt genutzt werden: Das gilt zum Beispiel für Antibiotika in der Schwangerschaft und Stillzeit. Manche Antibiotika belasten Leber, Nieren oder auch das Innenohr besonders stark oder wirken negativ auf das Knochen- und Knorpelwachstum.

Oft reichen auch die Erfahrungen mit einem Medikament einfach nicht aus, um es uneingeschränkt empfehlen zu können. Der Arzt entscheidet, welche Antibiotika unbedenklich sind und sich am besten eignen.

Antibiotika in der Schwangerschaft

Auch bei Infektionen in der Schwangerschaft können Antibiotika zum Einsatz kommen. Für Schwangere ist die Anwendung von Antibiotika wie Amoxicillin, Erythromycin, Mezlocillin und Penicillin G /V in der Regel unbedenklich. Manche Antibiotika eigenen sich jedoch aufgrund ihrer Nebenwirkungen oder Toxizität (Giftigkeit) für das ungeborene Kind nicht für eine Behandlung während der Schwangerschaft. Oft ist auch eine höhere Dosierung von Antibiotika nötig, da in der Schwangerschaft mehr Blut im Körper zirkuliert und die Nieren stärker durchblutet werden.

Antibiotika in der Stillzeit

Für die Anwendung von Antibiotika während der Stillzeit eignen sich alle Penicilline, Cephalosporine und Erythromycin. Bei komplizierten Infektionen oder Resistenzen kann durchaus auch ein anderes Antibiotikum verabreicht werden. Dann muss im Einzelfall entschieden werden, ob die Mutter weiter stillen kann oder wie lange das Stillen unterbrochen werden sollte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.05.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit. Neue Risikokategorien - dargestellt am Beispiel von Antibiotika, Deutsche Medizinische Wochenschrift (2006,131:1016-22)
  • Arzneimitteltherapie in der Stillzeit: Stillen und Medikamente - in den meisten Fällen kein Problem, DAZ 14.03.2002