Wichtig: Die richtige Einnahme von Antibiotika

Gegen eine bakterielle Infektion wählt der Arzt nach der Diagnose das für Sie am besten geeignete Antibiotikum aus. Sie können die Therapie dadurch unterstützen, dass Sie sich bei der Einnahme von Antibiotika an die Anweisungen des Arztes halten und das Medikament regelmäßig und so lange wie verordnet einnehmen auch wenn die Beschwerden bereits abklingen.

Beachten Sie auch die im Beipackzettel beschriebenen Hinweise zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen: Einige Antibiotika sollten Sie zum Beispiel nicht zusammen mit Milch einnehmen, einige beeinflussen die Wirkung anderer Medikamente. Wenn sich die Erkrankung trotz Antibiotika nicht bessert oder unerwünschte Wirkungen wie starke Durchfälle oder Hautausschläge auftreten, sollten Sie mit Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen.

Unkritische Einnahme von Antibiotika

Antibiotika sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn tatsächlich eine bakterielle Infektion vorliegt. Denn die unkritische, also unnötige Einnahme von Antibiotika bringt viele Nachteile: Es bilden sich zum Beispiel resistente Bakterien. So sind Resistenzen in Ländern wie der Türkei oder Spanien, wo Antibiotika oft ohne Rezept erhältlich sind, weitaus häufiger und dadurch viele Infektionen schwerer behandelbar. Für den einzelnen Patienten bedeutet eine unkritische Einnahme von Antibiotika unnötige Nebenwirkungen wie Durchfälle, Pilzinfektionen oder Organschäden durch toxische Belastungen.

Prophylaxe mit Antibiotika

Die Einnahme von Antibiotika zur Prophylaxe (Vorbeugung) von Krankheiten ist nur bei wenigen Krankheiten sinnvoll. Dazu gehören zum Beispiel die Behandlung enger Kontaktpersonen bei bakterieller Hirnhautentzündung oder Operationen mit hoher Infektionsgefahr – zum Beispiel am Darm. In den meisten anderen Fällen dagegen überwiegen die negativen Wirkungen wie die unnötige Bildung von Resistenzen.

Lokale Anwendung von Antibiotika

Nicht immer ist es nötig, Antibiotika als Tabletten einzunehmen: Bei manchen Erkrankungen können durch eine lokale Anwendung Nebenwirkungen vermindert oder vermieden werden. Für Entzündungen der Augen, der Haut und infizierte Wunden gibt es Antibiotika auch als Salben, Lösungen und Tropfen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.05.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Aktoris, Förstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsevier 2005
  • Interaktionsmanagement - Konsequent beraten in der Apotheke, Pharmazeutische Zeitung, 04.09.2006