Hepatitis-Infektion auf Reisen: erst impfen, dann reisen

Mit Hepatitis infizieren sich Deutsche vor allem im Urlaub. Vorsichtsmaßnahmen und eine Impfung schützen vor einer Infektion.

Familie am Strand © iStock
(Hannover – 29.06.2018) Egal welche Art von Urlaub geplant ist – Action oder Entspannung – einen Wunsch haben alle Urlauber: gesund nach Hause zurückkehren. Zu Beginn der Urlaubssaison warnt die Deutsche Leberstiftung deshalb vor Hepatitis-Gefahren auf Reisen.

Das ungewollte Reisesouvenir: Hepatitis A-Virus (HAV)

„Über die Hälfte aller neu diagnostizierten Hepatitis A-Virusinfektionen in Deutschland sind ein ungewolltes Reisesouvenir. Die Hepatitis A wird als ‚Reisehepatitis‘ bezeichnet. Sie tritt häufig in beliebten Urlaubsländern mit geringen Hygienestandards auf wie beispielsweise im Mittelmeerraum, Südostasien, Russland, Afrika, Mittel- und Südamerika sowie dem Vorderen Orient.“, sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Übertragen wird das Hepatitis A-Virus (HAV) fäkal-oral durch Schmier- oder Kontaktinfektion – infizierte Personen scheiden den Erreger über den Darm aus. Beispielsweise kann der Verzehr von ungenügend gegartem Gemüse oder das Trinken von belastetem oder verunreinigtem Trinkwasser – auch als Eiswürfel – zu einer Infektion mit dem HAV führen. Außerdem hat das Virus eine ausgeprägte Umweltstabilität, Thermostabilität und Desinfektionsmittelresistenz.

Eine Infektion kann eine akute Leberentzündung verursachen, die jedoch nicht chronisch verläuft und bei gesunden Menschen oft ohne ernsthafte Komplikationen ausheilt. Die Symptome können Fieber und „Gelbsucht“ umfassen, sind aber meist unspezifisch. In seltenen Fällen – beispielsweise bei älteren Menschen – kann Hepatitis A zu akutem Leberversagen führen. Gegen Hepatitis A gibt es keine spezifische Therapie. Die prophylaktische Impfung – die auch noch kurz vor Reiseantritt erfolgen kann – ist der sicherste Schutz.

Eine Impfung schützt vor Hepatitis B-Virus (HBV)

Das Hepatitis-B-Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen – insbesondere Blut und Sperma. Neben ungeschütztem Sex wird HBV am häufigsten bei Tätowierungen oder Piercings, die nicht steril durchgeführt werden, übertragen. Auch bei Kontakten mit der Gefahr kleinster Hautverletzungen wie beim Barbier, der Fußpflege oder bei ärztlichen Behandlungen besteht ein Infektionsrisiko – wenn unhygienische Bedingungen herrschen. 

Eine Impfung ist der sicherste Schutz gegen das Hepatitis B-Virus. Werden Kombinations-Impfstoffe, die gegen Hepatitis A und B schützen verwendet, sind weniger Impfungen notwendig. Die Impfung gegen Hepatitis B schützt außerdem auch gegen Hepatitis D.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit sind etwa 240 Millionen Menschen chronisch mit dem HBV infiziert. Meist bemerken Infizierte davon nichts. Kommt es jedoch zu einer chronischen Leberentzündung, besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder für eine Zirrhose.

Hepatitis C-Virus (HCV): Infektion über Blut-Kontakt

Gegen das Hepatitis C-Virus (HCV) gibt es bisher keine Schutzimpfung. Übertragen wird es fast ausschließlich über Blutkontakt: Unsterile Tätowiernadeln, Piercings oder Rasiermesser sind die Hauptinfektionsquellen. 

In einigen Regionen Asiens oder Afrikas tragen mehr als fünf Prozent der Bevölkerung das Hepatitis C-Virus in sich. Es gibt heute sehr wirksame Therapien gegen Hepatitis C – die Heilungsraten liegen in der Regel zwischen 90 und 100 Prozent. Allerdings wird die Erkrankung oft spät erkannt und kann unbehandelt zu einer Leberzirrhose oder Leberzellkrebs führen. Laut WHO sind etwa 71 Millionen Menschen weltweit chronisch mit HCV infiziert. Die chronische Hepatitis C zählt nach der Fettleberhepatitis zur zweithäufigsten Ursache von Leberzirrhose und Leberzellkrebs in Deutschland.

„Eine frühe Entdeckung ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.“

„Bei allen Infektionen mit einem Hepatitis-Virus ist die frühe Entdeckung die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Der beste Schutz der Gesundheit ist die Vermeidung einer Infektion. Impfung und Vorsichtsmaßnahmen tragen dazu bei, dass Reisende so gesund aus dem Urlaub zurückkehren, wie sie es beim Reisestart waren“, sagt Professor Manns.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.06.2018
  • Autor/in: vitanet.de; kw
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Leberstiftung vom 05.06.2018: Erst impfen, dann reisen – Deutsche Leberstiftung warnt vor Hepatitis-Gefahren auf Reisen.