Druckausgleich im Flugzeug

Endlich Sommerferien im ganzen Land. Da heißt es für viele: Ab in den Urlaubsflieger! Worauf Eltern bei Flugreisen mit Kindern achten sollten.

Kind sitzt im Flugzeug © Thinkstock
(Köln – 29.07.2016) Mit Bayern startet heute nun auch das letzte Bundesland in die Sommerferien. Für viele Schüler geht es jetzt mit ihrem Familien in den wohlverdienten Sommerurlaub – oft mit dem Flugzeug. Doch das Starten und Landen empfinden einige Kinder als unangenehm. Dann kann es helfen, vor Start und Landung ein Bonbon zu lutschen oder einen Kaugummi zu kauen.

Während Start und Landung nicht schlafen

Kleinkinder und Säuglinge sind bei Flugreisen besonders gefährdet, aufgrund wechselnden Druckverhältnisse Beschwerden zu bekommen. Sie sollten während des Sinkflugs nicht schlafen, damit ihre kleinen Gehörgänge durch Schlucken, Kauen oder Gähnen belüftet werden können und es zu einem Druckausgleich im Mittelohr kommt. Stillen, Milch- oder Teefläschchen helfen dabei. Abschwellende Nasensprays sorgen für freie Atemwege. „Bei einem gestörtem Druckausgleich im Innenohr können sich heftige Ohrenschmerzen und ein Erguss entwickeln, die in der Folge eine bakterielle Superinfektion begünstigen“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Wann Kinder nicht fliegen sollten

Nicht fliegen sollten Säuglinge während der ersten vier bis sechs Wochen, da ihre Lungen unter Umständen noch nicht vollständig entwickelt sind. Zudem ist das Immunsystem bei Neugeborenen noch nicht gut ausgebildet, sodass sie besonders infektionsgefährdet sind. Für Frühgeborene oder Babys mit Lungenkrankheiten kann es eventuell sinnvoll sein, mit der Flugreise bis zu einem Alter von einem Jahr zu warten.

„Eltern sollten bedenken, dass der Aufenthalt in der Kabine einem Ausflug ins Gebirge mit einer Höhe von etwa 1800 bis 2400 Metern entspricht. Der Sauerstoffgehalt der Luft ist während des Fliegens wie im Gebirge geringer als am Boden. Dies kann für Kinder mit Herzfehlern problematisch werden. Bei Kindern mit Asthma können die relativ trockene Luft und der Reisestress möglicherweise einen Anfall auslösen. Vor Reisen mit chronisch kranken Kindern empfiehlt es sich daher, den Kinder- und Jugendarzt zurate zu ziehen“, so der Experte.

Leidet ein Kind unter einer Infektionskrankheit und ist noch ansteckend, darf es auf keinen Fall fliegen. Zudem sollte der kleine Passagier fieberfrei sein, da Fieber mit der sauerstoffarmen und trockenen Luft den Körper unnötig belasten. Auch für gesunde Säuglinge und Kleinkinder ist eine Flugreise immer ein gewaltiger Reisestress. Deswegen sollte immer abgewogen werden, ob man nicht noch ein Jahr wartet und für die Reise eine Alternative findet  – zum Beispiel mit Anreise per Auto oder Zug.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.07.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Flugreisen mit Kindern: Beim Starten und Landen Druckausgleich unterstützen