Hepatitis im Urlaub

Wer demnächst in den Sommerurlaub in bestimmte Reisegebiete startet, sollte auf den richtigen Hepatitis-Impfschutz achten.

Senior bekommt eine Impfung © Thinkstock
(Hannover – 08.07.2016) Bei vielen steht bald der Sommerurlaub an. Die Vorfreude auf unbeschwerte Tage ist groß. Sonnenschutz steht bei den meisten ganz oben auf der Packliste – die Gefahren starker UV-Strahlung sind heute den meisten bekannt. Doch nicht nur die Sonne ist in vielen beliebten Reiseländern ein Gesundheitsrisiko: Die Deutsche Leberstiftung weist auf die Gefahr hin, sich im Urlaubsland mit einer gefährlichen Virushepatitis zu infizieren.

Hepatitis A

In vielen beliebten Reisegebieten – beispielsweise in der Mittelmeerregion und in den Tropen – sind Hepatitis-A-Viren weitverbreitet. Deshalb zählt Hepatitis A zu den typischen Reisekrankheiten. Da das Virus sehr widerstandsfähig ist und auch ungünstige Umweltbedingungen wie hohe Temperaturen oder viele Desinfektionsmittel überlebt, ist die Ansteckungsgefahr groß. So kann es nach dem Verzehr von Gemüse, das nicht ausreichend gegart ist, oder dem Trinken von belastetem oder verunreinigtem Trinkwasser – auch als Eiswürfel – zu einer Infektion mit dem Virus kommen. Sogar eine Schmierinfektion durch direkten Kontakt zwischen Menschen ist möglich. „Viele Urlauber glauben, wenn sie den ganzen Urlaub in einer separaten Hotelanlage verbringen, wären sie vor einer Ansteckung sicher. Doch das ist ein Irrglaube – auch hier können sie sich über kontaminierte Lebensmittel oder eine Schmierinfektion anstecken", sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.  

In der Regel klingt eine Hepatitis A bei gesunden Menschen nach einer Weile zwar von selbst ab, doch bei älteren oder kranken Menschen kann sie auch zu einem akuten Leberversagen führen. Eine wirkungsvolle Impfung schützt vor Hepatitis A. Selbst kurz vor Antritt der Reise ist es nicht zu spät dafür.

Hepatitis B

Ein weiteres Infektionsrisiko im Urlaub ist das Hepatitis B-Virus. Die Ansteckung erfolgt über Körpersekrete wie Blut, Sperma oder Speichel. Neben ungeschütztem Geschlechtsverkehr zählen Tätowierungen oder Piercings, die nicht steril gestochen werden, zu den häufigsten Übertragungswegen. Auch bei kleinsten Hautverletzungen, die zum Beispiel beim Barbier, bei der Fußpflege oder bei unvorhergesehenen ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen passieren können, besteht ein Infektionsrisiko, wenn unhygienische Bedingungen herrschen. Meist bemerken Infizierte nichts von ihrer Erkrankung. Kommt es jedoch zu einer chronischen Entzündung, besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber – eine sogenannte Fibrose – oder Zirrhose. Vor allem bei einer bestehenden Zirrhose ist das Risiko für Leberzellkrebs deutlich erhöht. Größtmöglichen Schutz vor einer Übertragung des Hepatitis-B-Virus gewährleistet eine entsprechende Impfung.  

Die Verwendung von Kombinations-Impfstoffen, die gegen Hepatitis A und B schützen, reduziert die Anzahl der notwendigen Impfungen. Sie schützen für mehrere Jahre gegen eine Neuinfektion. Die Impfung erfolgt in drei Etappen: Die erste und zweite Spritze werden in einem Abstand von einem Monat gegeben – die dritte erfolgt nach weiteren sechs Monaten. Bei gesunden Erwachsenen besteht die Möglichkeit, durch ein beschleunigtes Impfschema an den Tagen 0, 7 und 21 den Impfschutz schneller zu erreichen. Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor der sogenannten Hepatitis delta, da diese Erkrankung nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann.

Hepatitis C

Das Hepatitis-C-Virus wird fast ausschließlich über Blutkontakte übertragen. Zu den Haupt-Infektionswegen zählen unsterile Tätowiernadeln, Piercings oder Rasiermesser. In einigen Regionen Asiens oder Afrikas tragen mehr als fünf Prozent der Bevölkerung das Hepatitis-C-Virus in sich. Eine Impfung gibt es gegen Hepatitis C nicht. Jedoch gibt es heute sehr gut wirkende Therapien gegen die Hepatitis-C-Infektion. Allerdings wird auch diese Erkrankung oft erst spät erkannt und kann unbehandelt zu einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkrebs führen.  

„Auch wenn die Infektion mit einem Hepatitis-Virus in vielen Fällen schon gut behandelt werden kann, wenn sie entdeckt wird, ist natürlich die Vermeidung einer Infektion durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen – zum Beispiel Impfungen – immer noch der beste Schutz der Gesundheit“, so Prof. Manns.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Leberstiftung: Sommerurlaub 2016: Auf Reisen ist Impfschutz ebenso wichtig wie Sonnenschutz