Durchfall im Urlaub

Oft kommt Durchfall dann, wenn man ihn gerade am wenigsten gebrauchen kann: auf Reisen. Wie Sie sich  vor Reisedurchfall schützen können.

Toilettenschild © Thinkstock
(Gießen – 29.07.2015) Durchfall ist ein lästiger Reisebegleiter, mit dem man vor allem bei Reisen in Entwicklungsländer und in tropische oder subtropische Gebiete rechnen muss. Wer vorbereitet ist, hat jedoch gute Chancen, unbeschadet oder glimpflich davonzukommen. Für die Vorbeugung von Reisedurchfall ist die Einhaltung hygienischer Standards entscheidend – sowohl bei der Nahrungszubereitung als auch beim Essen und Trinken. Hat „Montezumas Rache“ dennoch zugeschlagen, ist es wichtig, elektrolythaltige Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Meist harmlose Infektionen mit Fäkalbakterien

Durchfallerkrankungen, die man auf Reisen bekommt, werden überwiegend durch Bakterien verursacht – vor allem durch die Fäkalkeime E. coli und Campylobacter sowie Salmonellen. Ein großer Teil der Reisedurchfälle geht aber auch auf das Konto von Viren. Parasiten sind dagegen selten die Ursache. Die Erreger werden in der Regel aus den Ausscheidungen infizierter Menschen und Tiere auf Lebensmittel übertragen und aufgrund mangelhafter Hygiene bei der Zubereitung weitergegeben.

Arztbesuch bei schweren und anhaltenden Beschwerden

„Reisedurchfall ist unangenehm, aber meistens harmlos und klingt nach wenigen Tagen ohne Folgen für die Betroffenen ab“, sagt Prof. Dr. Dr. Peter Malfertheiner, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Magdeburg. „Für Kinder und ältere Menschen kann der massive Verlust von Flüssigkeit und wichtigen Elektrolyten allerdings kritisch werden. Bei gravierenden oder anhaltenden Symptomen (über 2 bis 3 Tage) ist dann ärztliche Hilfe erforderlich.“

Reisedurchfall vorbeugen

Doch wie kann man sich vor Reisedurchfall wirksam schützen? Wichtig ist: Wasser und andere Getränke nur aus original verschlossenen Flaschen oder abgekocht trinken. Die Zutaten für Speisen sollten unmittelbar vor dem Verzehr selbst geschält worden, frisch gekocht, durchgebraten und heiß sein. Schützende Impfungen gegen die Fäkalkeime gibt es nicht – nur gegen Cholera kann geimpft werden. Dieser Impfschutz wird bei Reisen in Länder, in denen das Risiko einer Cholerainfektion besteht, empfohlen.

Medikamente können Bauchkrämpfe lindern

Für den „normalen“ Reisedurchfall können selbst strengste Vorsichtsmaßnahmen keinen kompletten Schutz garantieren: Reisende müssen in Ländern wie Ägypten, Mexiko, Indien oder Thailand ständig gewappnet sein. Im Gegensatz zur Darmflora der Einheimischen ist die des mitteleuropäischen Touristen auf die ungewohnten, aggressiven  Eindringlinge nicht vorbereitet. Oft setzt der Durchfall bereits am dritten Reisetag ein. Dann ist es zu empfehlen, viel Flüssigkeit mit ausreichend Salzen (Elektrolyten) zu trinken. Eine Einnahme von Antibiotika ist nicht sinnvoll, da der Erreger in der Regel nicht bekannt ist und die natürliche Darmflora dadurch zusätzlich geschädigt wird.  

Medikamente können den hyperaktiven Darm beruhigen und die schmerzhaften Bauchkrämpfe lindern. Kohle verfestigt den flüssigen Stuhl. Allerdings verzögern diese Mittel die Ausscheidung der Erreger aus dem Darm. Sehr günstig schlägt die Kurzzeiteinnahme eines nur lokal wirksamen Antibiotikums (zum Beispiel Rifaximin) an.  

Aber was tun, wenn der Durchfall Blut und Schleim enthält oder einfach nicht abklingen will? „Dann sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden“, so Prof. Malfertheiner. Abhängig vom klinischen Erscheinungsbild werden dann geeignete Behandlungsmaßnahmen eingeleitet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.07.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Gastro-Liga: Reisedurchfall: Wie ich mich schützen kann