Eine Impfung reicht

Bei Gelbfieber ist eine Auffrischungsimpfung alle zehn Jahre – wie bisher empfohlen – nicht nötig. Viele Länder verlangen sie trotzdem noch.

Spritze und Serum © Thinkstock
(Düsseldorf – 24.06.2013) Für einen lebenslangen Schutz vor einer Gelbfieberinfektion ist eine einzelne Impfung ausreichend. „Bislang lautete die Empfehlung an Reisende, die Impfung gegen Gelbfieber alle zehn Jahre auffrischen zu lassen“, erklärt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Nachdem sie epidemiologische Daten ausgewertet hatte, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun bekannt, dass eine einmalige Impfung mit einem herkömmlichen Gelbfieberimpfstoff andauernden Schutz vor der Infektionskrankheit bietet.

Reisende sollten jedoch beachten: Die Einreisevorschriften von Ländern mit Gelbfieber-Impfpflicht werden sich trotz der aktualisierten Impfempfehlung der WHO voraussichtlich vorerst nicht ändern.

Impfversagen äußerst selten

Nach Angaben des für Impfungen zuständigen Beratergremiums der WHO, SAGE, wurden seit Entwicklung der Gelbfieberimpfung in den 1930er-Jahren 600 Millionen Dosen des Impfstoffs verabreicht. In nur zwölf Fällen sei eine Erkrankung trotz Impfung registriert worden. „Die Experten von SAGE haben keinen Hinweis darauf, dass der Immunschutz nach einer einmaligen Impfung gegen Gelbfieber mit der Zeit nachlässt“, so Jelinek. „Die extrem seltenen Fälle von sogenanntem Impfversagen führen sie auf andere Effekte zurück.“

Gelbfieber ist eine Infektionskrankheit, die in den tropischen Regionen Afrikas, Mittel- und Südamerikas auftritt. Stechmücken übertragen das Virus. Die Infektion beginnt mit hohem Fieber, Übelkeit und Schmerzen. In vielen Fällen heilt die Krankheit von alleine aus. Bei einigen Patienten entwickeln sich jedoch Leberschäden bis hin zur Gelbsucht und es kommt zu Blutungen, gefolgt von Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenversagen. Dieser schwere Verlauf führt häufig zum Tode. Die WHO schätzt, dass jährlich rund 200.000 Menschen an Gelbfieber erkranken.

Rechtzeitig beraten und impfen lassen

Die Impfung gegen Gelbfieber erfolgt mit einem sogenannten Lebendimpfstoff, also mit abgeschwächten Viren, die sich noch vermehren können und eine Immunantwort auslösen. Sie darf hierzulande nur in autorisierten Gelbfieberimpfstellen durchgeführt werden. Die Impfung ist erst ab dem zehnten Tag nach Verabreichung wirksam. Außerdem müssen Zeitabstände zu verschiedenen anderen Impfungen eingehalten werden. Reisende sollten sich also frühzeitig vor Antritt einer Reise reisemedizinisch beraten und empfohlene Impfungen durchführen lassen.

Bei der Einreise in manche afrikanische, südamerikanische und asiatische Staaten ist der Nachweis einer Gelbfieberimpfung verpflichtend, sofern man aus einem Land einreist, in dem Gelbfieber verbreitet ist. Diese Vorschrift gilt auch, wenn man nur auf der Durchreise ist. In diesen Fällen wird eine aktuelle, also mindestens alle zehn Jahre aufgefrischte Impfung verlangt. Diese Einreisevorschriften werden sich trotz der aktualisierten Impfempfehlung der WHO voraussichtlich vorerst nicht ändern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Centrum für Reisemedizin