Organspenden auf Minusrekord

Dramatische Entwicklung: Nach dem starken Rückgang der Organspenden in 2012 hat sich die Situation im vergangenen Jahr noch weiter verschärft.

Operationsaal mit Ärzten © Thinkstock
(Frankfurt am Main – 16.01.2014) Die Zahl der Organspenden ist im vergangenen Jahr weiter gesunken, das vermeldet die Deutsche Stiftung für Organtransplantation (DSO). Bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 war die Anzahl der Organspenden massiv eingebrochen. Für das Jahr 2013 wurde nun ein weiterer gravierender Rückgang verzeichnet – laut DSO eine „dramatische Entwicklung“. Derzeit warten rund 11.000 Patienten in Deutschland auf ein Spenderorgan.

Über 16 Prozent weniger Spenden im vergangenen Jahr

Die vorläufigen Jahreszahlen der Stiftung zeigen: Wurden im Jahr 2012 noch 1.046 Organspenden deutschlandweit erfasst, waren es im selben Zeitraum im Jahr 2013 nur noch 876. Das entspricht einem Rückgang von 16,3 Prozent. Die Zahl der gespendeten Organe selbst sei laut Stiftung um 13,6 Prozent zurückgegangen.  

Bereits im vergangenen Jahr vermeldete die DSO für das Jahr 2012 einen starken Rückgang der Organspenden um 12,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011. Besonders gravierend war der Einbruch in der zweiten Hälfte des Jahres. „Mit dieser besorgniserregenden Entwicklung in 2012 erreicht die Organspende […] einen dramatischen Tiefstand“, ließ die Stiftung damals mitteilen. „Leider waren die Organspendezahlen im Jahr 2013 weiter rückläufig. Diese Entwicklung betrachten wir mit großer Sorge“, sagt Dr. Rainer Hess, Vorstand der Deutschen Stiftung für Organtransplantation, heute.

Ursache: Manipulationsvorfälle

Der starke Rückgang der Spendenbereitschaft ist auf die Manipulationsvorfälle bei der Organvergabe in der Vergangenheit zurückzuführen. „Dies hat das gesamte System der Organspende und Transplantation beschädigt und zu einem erheblichen Vertrauensverlust geführt. Und das, obwohl die Organspende in ihrer Wertigkeit unberührt geblieben ist. Nach wie vor kann jedes Spenderorgan das Leben eines schwerkranken Patienten retten“, so die Sprecher der Stiftung.  

Aufgrund der besorgniserregenden Zahlen appelliert Vorstand Dr. Hess an alle Partner – unter anderem Krankenhäuser und Transplantationsbeauftragte – zu einer Verbesserung der Situation beizutragen: „Nur gemeinsam können wir für die Organspende das Vertrauen zurückgewinnen, das sie verdient.“ Die Organspende werde durch das Transplantationsgesetz klar geregelt. „Kein Patient muss in Deutschland befürchten, wegen einer Organspende von den Ärzten zu früh aufgegeben zu werden“, versichert Hess.
Tipp:
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Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.01.2014
  • Autor/in: vitanet.de – ad
  • Quellen: Zahl der Organspender in 2013 weiter stark gesunken; Deutsche Stiftung Organtransplantation
  • Zahl der Organspenden in 2012 dramatisch gesunken; Deutsche Stiftung Organtransplantation
  • Warteliste und Vermittlung; Deutsche Stiftung Organtransplantation
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