Antibiotika: Wie Sie Resistenzen vorbeugen können

Eine Umfrage zeigt: Das Wissen über Antibiotika steigt. Dennoch wissen viele nicht, dass sie selbst dazu beitragen können, Antibiotikaresistenzen vorzubeugen. Das sollten Sie beachten, wenn Sie Antibiotika einnehmen.

Antibiotika in der Hand © iStock
(Berlin – 09.12.2019) Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (55 Prozent) glaubt irrtümlicherweise, dass sie Antibiotikaresistenzen selbst nicht verhindern können. Und das, obwohl fast neun von zehn Bundesbürgern (86 Prozent) schon mal ein Antibiotikum verwendet und nahezu die gleiche Anzahl an Befragten (87 Prozent) bereits von Resistenzbildungen gehört haben. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) vom Mai/Juni 2019. „Daran sehen wir, wie wichtig es ist, die Bevölkerung über Antibiotikaresistenzen besser aufzuklären. Vielen ist nicht bewusst, dass sie selber der Resistenzentstehung entgegensteuern können", sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim BAH.

Das Wissen über Antibiotika steigt

Zwar hat das Wissen über den richtigen Einsatz von Antibiotika im Vergleich zu einer Gesundheitsmonitor-Umfrage aus dem Jahr 2017 zugenommen. Mittlerweile gibt jeder Zweite korrekterweise an, dass Antibiotika nur gegen bakterielle Infektionen wirken. Trotzdem besteht noch Aufklärungsbedarf. Immerhin vermutet mehr als ein Drittel der Bundesbürger fälschlicherweise, dass sich Antibiotika auch gegen virale Infektionen eignen. „Diese Unkenntnis kann dazu führen, dass Antibiotika in einigen Fällen falsch angewendet werden. Wir müssen mehr Informationen anbieten, um den allgemeinen Kenntnisstand zu verbessern. Dabei sind wir auch auf die Ärzte angewiesen", sagt Dr. Kroth.

Antibiotika nicht zu früh absetzen

Jeder Vierte der Befragten denkt, dass ein vorzeitiges Absetzen von Antibiotika in Ordnung sei, sobald es einem wieder besser gehe. „Genau darin liegt der Fehler. Die Antibiotika sollen strikt nach Anweisung des Arztes und den Vorgaben der Packungsbeilage eingenommen werden. Andernfalls droht die Gefahr, dass sich Resistenzen ausbreiten", sagt Dr. Kroth.Falls nach Abschluss der Behandlung noch Arzneimittel in der Packung verbleiben, sollten diese entsorgt werden. Auch hier scheint Aufklärungsbedarf zu bestehen: „Angebrochene Antibiotikapackungen gehören definitiv in den Hausmüll und dürfen nicht für eine weitere Verwendung im Arzneimittelschrank gelagert werden", sagt Kroth.

Antibiotika gegen multiresistente Keime

Besondere Brisanz bekommt das Thema durch multiresistente Keime, also solche Erreger, die gleich gegen mehrere Antibiotikaklassen unempfindlich geworden sind. Damit sich Resistenzen weniger ausbreiten, ist eine Vielfalt an verschiedenen Antibiotika notwendig. Neben der Entwicklung neuer Wirkstoffe ist der gezielte Einsatz der vorhandenen Antibiotika essentiell. Breitspektrum-Antibiotika sind gegen mehrere Bakterienarten wirksam. In der Regel sollte man sie nur dann einsetzen, wenn die Therapie unverzüglich eingeleitet werden muss. Im anderen Fall sollte vorab ein Test auf den tatsächlichen Erreger durchgeführt und ein speziell für diesen Erreger geeignetes Schmalspektrum-Antibiotikum eingesetzt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.12.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller e.V. vom 14. November 2019: Antibiotika: Resistenzen vorbeugen – jeder Zweite unterschätzt seine Möglichkeiten
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