Die App als Kassenleistung

Krankenkassen sollen die Kosten für Apps oder digitale Anwendungen wie Tagebücher für Diabetiker oder Bluthochdruckpatienten übernehmen. Das sieht der neue Referentenentwurf für das Digitale Versorgungs Gesetz (DVG) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor. Was sonst noch im neuen Digitalen Versorgungs Gesetz vorgesehen ist.

Gesundheitsapp © iStock

Der Referentenentwurf für das Digitale Versorgung Gesetz (DVG)

(Berlin – 16.05.2019) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen Referentenentwurf für das Digitale Versorgungs Gesetz (DVG) vorlegt. Es soll die Gesundheit des Patienten verbessern und die Arbeit von Ärzten, Apothekern und Pflegekräften erleichtern. Die Inhalte:

Digitale Apps und Anwendungen wie Tagebücher für Diabetiker oder für Bluthochdruckpatienten sollen nach klar gesetzten Kriterien schnell in die Versorgung kommen – und die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Außerdem sollen Patienten in absehbarer Zeit ihre Daten in einer elektronischen Patientenakte speichern können. Der Hausarzt soll sie dabei bei Bedarf unterstützen und dafür angemessene Vergütung erhalten. Stellt der niedergelassene Arzt dem Patienten diesen digitalen Zugang zu seiner Akte nicht zur Verfügung, soll sein Honorar ab März 2020 um 2,5 Prozent gekürzt werden. Dass die elektronische Patientenakte kommt, ist bereits gesetzlich geregelt. Ab 2021 müssen die Krankenkassen ihren Patienten eine elektronische Patientenakte, in der beispielsweise Befunde, Diagnose oder Medikationspläne digital gespeichert werden, anbieten. Zudem sieht der Referentenentwurf vor, dass Patienten Online-Sprechstunden einfacher nutzen können, indem sie leichter Ärzte finden, die solche digitalen Sprechstunden anbieten.

Das Ziel: Den digitalen Wandeln gestalten, nicht erleiden

Grundsätzlich ist das Ziel der digitalen Strategie für das Gesundheitswesen der Bundesregierung, den gesamten digitalen Wandel aktiv zu gestalten und dass „die Patientinnen und Patienten sich darauf verlassen können, dass wir einen Rahmen setzen, der digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland möglich macht, mit den Standards, mit dem Datenschutz und der Datensicherheit, die wir hier gewohnt sind und die uns wichtig ist.“, sagt Jens Spahn. Dazu fordert er die Leistungserbringer auf, für den digitalen Wandel offen zu sein und ihn aktiv zu begleiten. „Denn der Patient von morgen wird immer noch einen Arzt brauchen, aber er wird keinen Arzt mehr ernst nehmen, der nur noch über Karteikarten arbeitet.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.05.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
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