Grauer Star: Augenoperation verringert Unfallrisiko

Die derzeit effektivste Therapie der Augenkrankheit Grauer Star (Katarakt) ist eine Operation am Auge. Die OP verhindert – laut Studie – 200 schwere Verkehrsunfälle pro Jahr.

Lenkrad und Hände © iStock
(München – 13.08.2018) Besonders im Alter erkranken viele Menschen am Grauen Star (Katarakt). Die Sicht der Betroffenen wird mehr und mehr getrübt – dadurch steigt das Unfallrisiko im Straßenverkehr.

Grauer Star: Wenn das Auge trüb wird

Ab dem 60. Lebensjahr kann die menschliche Augenlinse trüb werden. Dann spricht man von der Augenkrankheit Grauer Star. Bei fast zehn Millionen Menschen in Deutschland schreitet die Trübung so weit voran, dass das Sehen dadurch stark eingeschränkt wird. Da die Trübung oft schleichend verläuft, merken viele Betroffene nicht, dass sie schlechter sehen. „Besonders im Straßenverkehr, wo es auf gutes Sehvermögen ankommt, kann der Graue Star zu Unfällen führen. Viele Betroffene sehen noch ausreichend, um einen Fahreignungstest zu bestehen – aber beim Autofahren können auch kleine Einschränkungen schon zu einem Unfall führen.“, sagt Professor Dr. med. Bernd Lachenmayr von der Verkehrskommission der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und des Berufsverbands der Augenärzte.

Studie: Linsenoperation kann schwere Verkehrsunfälle verhindern

In einer Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA Ophthalmology veröffentlicht wurde, beobachteten Wissenschaftler über 500 000 Menschen im Alter von durchschnittlich 76 Jahren über dreieinhalb Jahre – und zwar bevor und nachdem sie wegen eines Grauen Stars (Katarakt) operiert wurden.  

Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer, bei denen die Augen operiert wurden, hatten nach der Operation ein um neun Prozent geringeres Risiko für Verkehrsunfälle. Dabei beachteten die Forscher nur Unfälle, bei denen der Fahrer mit schweren Verletzungen in der Notaufnahme behandelt werden musste.

800 000 neue Augenlinsen pro Jahr

Rund 800 000 Augenlinsen wechseln deutsche Augenärzte pro Jahr und verhindern dadurch – laut Studie – rund 200 schwere Verkehrsunfälle. „Angesichts der hohen Sterblichkeit und der Tatsache, dass Senioren sich meist nicht vollständig von einem Unfall erholen, ist jede Maßnahme, die das Unfallrisiko verringert, ein Schritt in die richtige Richtung.“, sagt Lachenmayr.

Regelmäßige Kontrolluntersuchung

Um den Grauen Star rechtzeitig zu erkennen, sollten vor allem ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr ihre Augen regelmäßig auf Anzeichen eines Grauen Stars untersuchen und – wenn nötig – operieren lassen. Die Katarakt-Operation ist ein Routineeingriff, der fast immer ohne Komplikationen verläuft. Der Augenarzt tauscht die getrübte Linse gegen eine künstliche Linse aus, damit der Patient wieder scharf sehen kann. Die Kosten trägt die Krankenkasse.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.08.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft vom 12.07.2018: Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation