TK-Schlafstudie: So schläft Deutschland

Jeder dritte Deutsche schläft schlecht, jeder vierte zu wenig. Betroffen ist vor allem, wer zu unregelmäßigen Zeiten oder im Schichtdienst arbeitet.

Mann und Frau liegen im Bett und können nicht schlafen © iStock
(Berlin – 16.11.2017) Zwei von drei Erwachsenen schlafen gut oder sehr gut – das ist eine gute Nachricht, die aus der Studie „Schlaf gut, Deutschland“ der Techniker Krankenkasse (TK) hervorgeht. Allerdings kommt ein Viertel der Erwachsenen nicht auf die von Gesundheitsexperten empfohlenen sechs Stunden Schlaf pro Tag. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Menschen, die schlecht schlafen, unter den Berufstätigen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder Schichtdienst. Von diesen sogenannten Flex-Beschäftigten klagen sogar 40 Prozent der Studienteilnehmer über schlechte Schlafqualität – die Hälfte schläft höchstens fünf Stunden. Wer nicht ausreichend schläft, wird krank und gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit, wenn Unfallrisiko und Fehlerquote im Job steigen, so die Herausgeber der Studie.

Schlaf ist wichtig für die Leistungsfähigkeit

Der Mensch muss sich erholen, um kreativ und leistungsfähig zu sein. „Im Schlaf sortiert das Gehirn seinen Zwischenspeicher. Dafür muss das System herunterfahren, das ist im laufenden mentalen Betrieb nicht möglich“, sagt Dr. Jens Baas von der TK. „Gerade in einer Wissensgesellschaft wie der unseren ist erholsamer Schlaf nicht nur physiologisch, sondern auch gesellschaftlich wichtig. Deshalb sollten wir unser Schlafverhalten optimieren, nicht rationalisieren.“

Innere Uhr lässt sich nicht verstellen

Die innere Uhr des Menschen tickt im Tag-Nacht-Rhythmus, ist also am Tag auf Aktivität und in der Nacht auf Ruhe programmiert. „Wer nachts arbeiten muss – und das betrifft etwa jeden fünften Schichtarbeiter – liegt über Kreuz mit seinem natürlichen Biorhythmus. Gegen die innere Uhr zu arbeiten, kostet zusätzliche Energie und wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus“, sagt Dr. Utz Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG). 42 Prozent der Schichtarbeiter geben in der Schlafstudie an, dass sie Umstellungs- und Schlafprobleme haben, wenn sich ihr Schichtplan ändert.

Wer schlecht schläft ist auch bei schlechterer Gesundheit

Die „Schlechtschläfer“ sind laut der TK-Studie deutlich mehr von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. 54 Prozent leiden unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den „Gutschläfern“ sind es dagegen nur 35 Prozent. Wer schlecht schläft, fühlt sich deutlich häufiger erschöpft, gereizt und niedergeschlagen.

Smartphone stört die Nachtruhe

Betroffene können selbst viel dazu beitragen, dass sie gut durch die Nacht kommen.
Gewohnheiten und Umstände, die den gesunden Schlaf fördern, bezeichnen Experten als Schlafhygiene. „Vieles können wir nicht oder nur schwer beeinflussen – zum Beispiel Straßenlärm oder das Schnarchen des Partners. Die Studie zeigt aber auch, dass man schon mit kleinen Lebensstilveränderungen viel erreicht“, sagt Walter. So beklagen 41 Prozent die Zimmertemperatur, 23 Prozent nehmen vor dem Schlafen schwere Mahlzeiten zu sich und 15 Prozent koffeinhaltige Getränke. Bei sieben Prozent der Erwachsenen liegt das Smartphone auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen. Besonders hoch ist der Anteil bei den Unter-30-Jährigen: Hier stört das Handy bei jedem Fünften den Schlaf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse (TK): So schläft Deutschland
  • TK-Schlafstudie 2017: Schlaf gut, Deutschland
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