Demenz verunsichert viele

Viele werden im Alltag mit Demenz konfrontiert – und jeder Zweite fühlt sich unsicher, wie er einem Demenzpatienten in einer Notsituation helfen kann.

Frau kümmert sich um einen Demenzpatienten © iStock
(Berlin – 17.10.2017) In Deutschland leben schätzungsweise 1,6 Millionen Demenzpatienten. Entsprechend viele Menschen werden privat mit dieser Erkrankung konfrontiert. Das zeigt auch eine Befragung der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, mindestens einen Menschen mit Demenz persönlich zu kennen oder gekannt zu haben. Etwa jeder Zehnte unterstützt sogar einen ihm nahestehenden Menschen mit Demenz oder hat es früher getan.

Viele fühlen sich nicht in der Lage, einem Demenzpatienten zu helfen

Aber auch im öffentlichen Raum – zum Beispiel beim Einkaufen oder in Bus und Bahn – ist das Thema Demenz offenbar präsent. 37 Prozent der Befragten erinnern sich, innerhalb der vergangenen drei Monate eine Person in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu haben, bei der er sich vorstellen könnte, dass diese von Demenz betroffen ist. Knapp ein Viertel von ihnen (23 Prozent) hatte dabei den Eindruck, dass die Person allein unterwegs war und nicht gut zurechtkam. Gleichzeitig sieht sich die Hälfte der Teilnehmer eher schlecht in der Lage, einem Demenzpatienten in einer solchen Situation zu helfen.  

„Auf einen Menschen zuzugehen, der zum Beispiel verloren durch einen Supermarkt irrt, ist für viele natürlich mit Hemmungen verbunden. Man ist oft hin- und hergerissen, will niemanden vor den Kopf stoßen, hat aber trotzdem das Gefühl, dass etwas nicht stimmt“, erklärt Dr. Ralf Suhr vom ZQP. „Ich kann nur alle ermutigen, sich etwas Zeit zu nehmen, ein Gespräch zu beginnen und gegebenenfalls höflich nachzufragen, ob man helfen kann. Vielleicht gibt es gar keinen Hilfebedarf und bestehende Probleme müssen natürlich nichts mit Demenz zu tun haben. Aber viele Menschen mit Demenz sind eben auf den Mut angewiesen, dass sich andere kümmern“, so Suhr.

Viele wollen ihre Hilfekompetenz verbessern

Tatsächlich ist der Wunsch, die eigene Hilfekompetenz zu verbessern, in der Bevölkerung verbreitet: So wollten 44 Prozent der Befragten mehr über den Umgang und die Kommunikation mit Demenzpatienten erfahren. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es sogar 55 Prozent. Aber auch Wissen zu anderen Aspekten wie Vorsorge oder Therapie ist gefragt. Deshalb bieten im Rahmen der Aktion „Demenz Partner“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bundesweit verschiedene Einrichtungen 90-minütige kostenlose Veranstaltungen an, die Kerninformationen zum Thema Demenz vermitteln. „So ein Kurs baut Berührungsängste ab und gibt Sicherheit“, sagt Suhr.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP): Viele Deutsche sind beim Thema Demenz verunsichert
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