Drogenbericht 2017

Im aktuellen Drogenbericht stehen die Kinder suchtkranker Eltern im Fokus. Welche Folgen die elterliche Suchterkrankung für sie haben kann.

Mann steht mit Akoholflasche und Teddybär in der Hand vor einem Kinderzimmer © iStock
(Berlin – 21.08.2017) Der Drogenbericht der Bundesregierung widmet sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig dem Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien“. Im Bericht wird auf Studien verwiesen, die von rund drei Millionen Kindern und Jugendlichen mit mindestens einem suchtkranken Elternteil ausgehen – vermutlich sind es aufgrund einer hohen Dunkelziffer jedoch deutlich mehr. Eine elterliche Suchterkrankung geht oft mit ungünstigen Lebensumständen für die Kinder einher: etwa soziale Ausgrenzung und ungünstigem Eltern- und Erziehungsverhalten – bis hin zu Gewalt den Kindern gegenüber.

„Suchtpolitik darf nicht bei den Suchtkranken selbst enden. Wir müssen uns viel mehr als bisher um die Kinder suchtkranker Menschen kümmern. Wenn wir die betroffenen Kinder nicht unterstützen, entwickelt ein Drittel von ihnen selbst eine Suchterkrankung und ein weiteres Drittel eine andere psychische Störung“, so Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Gefordert sind ihrer Meinung nach deshalb Bund, Länder und Kommunen: „Wir brauchen funktionierende Netzwerke und klare Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden.“

Zahl der Drogentoten steigt weiter an

Ein weiteres Ergebnis des Drogen- und Suchtberichts: Die Zahl der Menschen, die durch Drogenkonsum gestorben sind, ist auch in diesem Jahr wieder gestiegen. Das Bundeskriminalamt zählte im Jahr 2016 deutschlandweit 1333 Drogentote – das sind knapp neun Prozent mehr als im Jahr 2015. Die meisten von ihnen starben in den bevölkerungsreichsten Bundesländern: 321 in Bayern und 204 in Nordrhein-Westfalen. Im Durchschnitt waren die Betroffenen 38 Jahre alt und die meisten von ihnen männlich (84 Prozent).

Todesursache war – wie bereits in den Vorjahren – häufig der Konsum von Opiaten wie Heroin oder Morphin. Deutlich angestiegen ist die Zahl der Vergiftungen mit Kokain allein oder in Kombination mit einer anderen Droge – um 78 Prozent auf 71 Todesfälle. Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der Vergiftungen in Verbindung mit neuen psychoaktiven Stoffen (NPS), auch Legal Highs genannt. Oft werden sie Konsumenten als Badesalze oder Räuchermischungen angeboten. 2016 starben durch den Konsum solcher Drogen 98 Menschen, im Vorjahr waren es 39.

Drogenkonsum von Kindern und Jugendlichen

Beim Drogenkonsum von Kindern und Jugendlichen gibt es sowohl Positives wie auch Negatives zu berichten: „Besonders erfreulich sind die Trends beim Tabak- und Alkoholkonsum Jugendlicher. Die Bereitschaft Jugendlicher und Heranwachsender, Cannabis zu probieren, ist in den vergangenen Jahren dagegen gestiegen. Das ist auch deshalb so problematisch, weil der Wirkstoffgehalt von Cannabis heute etwa fünf Mal so hoch liegt wie noch vor 30 Jahren und deshalb die gesundheitlichen Auswirkungen gerade auf junge Menschen massiv gewachsen ist“, sagt Mortler. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben in den vergangenen zwölf Monaten 7,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 15,3 Prozent der 18- bis 25 Jährigen Cannabis konsumiert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.08.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Drogen- und Suchtbericht 2017 der Bundesregierung
  • Pressemitteilung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung: Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vorgestellt: „Suchtpolitik darf nicht bei den Suchtkranken enden. Wir müssen uns viel mehr als bisher um die Kinder suchtkranker Menschen kümmern“
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung